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Lyme Borreliose – Symptome, Therapie und Tipps zur Vorbeugung

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Lyme Borreliose
© andriano_cz - Fotolia.com

Die Lyme-Borreliose ist eine spezielle Infektionskrankheit, die durch infizierte Zecken übertragen wird. Die kleinen Spinnentiere geben beim Saugen des Blutes die Erreger an ihre Bissopfer weiter. Dabei kann aber nicht nur die Zecke die Lyme-Borreliose weiterreichen, auch ein Bremsenstich kann diese Infektionskrankheit bewirken.

Eine Infektionsgefahr besteht sowohl weltweit als auch in bestimmten Regionen Deutschlands. Gerade in der Mitte Deutschlands sowie in den südlichen Bundesländern sind tendenziell mehr infizierte Zecken vorhanden als in den nördlichen Regionen. Grundsätzlich ist in Deutschland aber nur etwa jede fünfte Zecke tatsächlich Bakterienträger, somit ist nicht jeder Zeckenstich automatisch auch mit einer Infektion verbunden. Die Saison für die Infektion ist von etwa März bis Oktober am größten. Allerdings kann man, gerade bei Waldspaziergängen, auch im Herbst und sogar Winter mit einem Zeckenstich rechnen – somit auch mit einer Infektion.

Ihren Namen hat die Lyme-Borreliose übrigens vom US-Staat Lyme in Connecticut, wo die erste Infektion im Jahr 1976 beschrieben wurde.

» Übertragung der Lyme-Borreliose
» Lyme-Borreliose Symptome
» Verlauf der Lyme-Borreliose in drei Stadien
» Lyme-Borreliose: Die Diagnose beim Arzt
» Lyme-Borreliose: Therapie, Meldepflicht und Vorbeugung

Übertragung der Lyme-Borreliose

Die Übertragung der Lyme-Borreliose erfolgt in der Regel durch einen Zeckenbiss. Anzeichen für eine Infektion bestehen in einer starken Rötung der Einstichstelle, die sich langsam aber beständig ausbreitet. Allerdings muss es nicht unbedingt zu einer Rötung kommen, wenn eine Infektion besteht. Nach einem Zeckenstich ist also in jedem Fall ein Arztbesuch zu empfehlen.

Die Erreger sind die Bakterien, die der Gruppe der Borrelien entstammen. In Deutschland sind vier Arten der Bakterien besonders verbreitet, und zwar die

  • Borrelia garinii,
  • Borrelia burgdorferii,
  • Borrelia spielmanii,
  • und die Borrelia afzelii.

Dabei können die verschiedenen Erreger auch unterschiedliche Infektionssymptome aufweisen.

Die Lyme-Erreger werden von den Zecken beim Blutsaugen aufgenommen und bei der nächsten Blutmahlzeit weitergereicht an den nächsten “Blutspender”. Bis dahin halten sich die Erreger im Darm der Zecke auf, was dafür sorgt, dass die Infektion nicht sofort mit dem nächsten Stich weitergegeben wird, sondern zeitverzögert nach der Erstaufnahme durch die Zecke.

➤ Wer überträgt die Lyme-Borreliose besonders häufig?

Die Bakterien namens Borrelien werden in unseren Breiten besonders häufig durch den gemeinen Holzbock, also den Ixodes Rizinus, übertragen. Diese Zeckenart lebt in hohem Gras, in Hecken, Wäldern sowie auch Büschen. Infizieren können sich Menschen immer dann, wenn sie sich in der freien Natur aufhalten, also sowohl beim Angeln und Wandern, beim Joggen oder auch beim Camping. Aber auch im heimischen Garten oder der städtischen Parkanlage ist eine Infektion mit der Lyme-Borreliose möglich. Sicherheit gegen diese Zeckenart und damit die Erreger der Lyme-Borreliose bestehet lediglich in Höhenlagen oberhalb von 1.500 Metern über dem Meeresspiegel, die grundsätzlich als zeckenfrei gelten.

Ganz besonders aktiv sind die Blutsauger im Frühling sowie im Sommer und so treten die Krankheitsfälle in diesen Jahreszeiten besonders gehäuft auf. Allerdings verstreicht zwischen Infektion und ersten Symptomen häufig eine geraume Zeit und auch der Herbst und Winter können noch eine, wenn auch geringere, Infektionsgefahr bergen.


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Lyme-Borreliose Symptome

Die Infektion mit den Erregern der Lyme-Borreliose ist durch unterschiedliche Symptome erkennbar. Dabei kann sich die Infektion nach wenigen Tagen aber auch erst nach Wochen zeigen. Eine ringförmige Rötung ist ein charakteristisches Zeichen für die Infektion, wobei die Rötung sich stark ausbreitet. Hier spricht der Mediziner von der Wanderröte oder Erythema migrans. Weitere Symptome sind

  • Nervenschmerzen,
  • Lähmungen,
  • Entzündungen des Gehirns,
  • Entzündungen der Hirnhaut,
  • Entzündungen des Rückenmarks,
  • Entzündungen der Nerven.

Sind die Nerven betroffen, spricht man von der Neuroborreliose, die dann sowohl die peripheren und zentralen Nervenbereiche befallen kann. Dazu gesellen sich häufig Gelenkschmerzen oder auch Hautveränderungen, wobei die Symptome sehr stark variieren können.

Viele Infektionen verlaufen unbemerkt und es erfolgt auch längst nicht bei allen Infektionen mit den Lyme-Erregern eine Erkrankung. In diesem Fall findet der Arzt nur nach einer gezielten Blutuntersuchung Antikörper, die auf einen Kontakt mit den Lyme-Erregern hindeuten. Diese sogenannte Narbe im Blut bleibt über viele Jahre bestehen, macht sich aber in keiner Weise bemerkbar.

➩ Allgemeine Symptome, die einen Arztbesuch notwendig machen sind:

  • beständige Abgeschlagenheit,
  • nächtliche Schweißausbrüche,
  • Fieber,
  • oder aber Gelenk- und Muskelschmerzen.

Bemerkbar macht sich die Lyme-Borreliose an vielen Körperstellen. Besonders betroffen sind die Haut, die Nerven, Gelenke und Herz. Wichtig zu wissen ist, dass eine verschleppte Erkrankung einen chronischen Verlauf nehmen kann, dann aber keine dauerhaft anhaltenden Beschwerden mehr verursacht. Bei der chronischen Erkrankung sind die Symptome intervallartig zu verzeichnen.

Verlauf der Lyme-Borreliose in drei Stadien

Der Verlauf der Lyme-Infektion ist typisch in drei Stadien zu unterteilen, die wiederum verschiedene Beschwerden aufweisen. Dabei ist es aber nicht immer so, dass alle drei Stadien vom Infizierten durchlaufen werden müssen. Auch können die Symptome stärker oder milder, oder auch in anderer als der klassischen Reihenfolge auftreten. Genau dies macht die Diagnose der Lyme-Borreliose besonders schwierig.

➤ Lyme-Borreliose Stadium 1

Die Phase eins zeigt die Hautinfektion. An der Einstichstelle zeigt sich nach wenigen Tagen bis zu rund vier Wochen eine Rötung, die in der Regel kreisrund und sehr scharf abgegrenzt ist. Der Durchmesser der Rötung vergrößert sich im Regelfall, wobei sie dabei auch gleichzeitig blasser wird. Hier wird von der Wanderröte gesprochen. Leider zeigt sich die Wanderröte nur in jedem zweiten Fall der Infektion als eindeutiges Symptom. Zudem sind im Stadium 1 der Lyme Borreliose eine Bindehautentzündung, Fieber und Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen klassische Begleiter. In dieser Phase der Infektion ist eine rasche Therapie sehr wichtig, damit sie keinen chronischen Verlauf nimmt.

➤ Lyme-Borreliose Stadium 2

Im Stadium 2 findet die Ausbreitung im Organismus statt. Nach einem bis vier Monaten nach der Infektion haben sich die Lyme-Erreger im Körper ausgebreitet. Jetzt können sich beim Befall des Nervensystems Schmerzen der Nerven oder sogar Lähmungserscheinungen (Gesichtsnerven) zeigen. Auch Sensibilitätsstörungen sind in diesem Stadium möglich. Weiterhin zeigen sich bei vielen Betroffenen jetzt Herzrhythmusstörungen.

➤ Lyme-Borreliose Stadium 3

Die Phase drei stellt das chronische Stadium der Infektion dar. Diese Phase tritt Monate oder Jahre nach der Infektion ein. Typische Anzeichen sind Gelenkschmerzen, Hautprobleme und Nervenschmerzen. Einzelne Gelenke entzünden sich, wobei hier die Kniegelenke am häufigsten betroffen sind. Dauerhafte Scherzen oder Schmerzschübe sind möglich.

Weiterhin zeigen sich im Stadium 3 der Lyme-Borreliose Hautveränderungen an Beinen und Armen und es ist eine Verdünnung der Haut sowie auch eine bläuliche Verfärbung möglich. Weitere Spätfolgen der Lyme Borreliose können chronische Rückenmark- und Gehirnentzündungen sein, sowie Lähmungen.

Lyme-Borreliose: Die Diagnose beim Arzt

Der Arzt hinterfragt zunächst in einem Gespräch die detaillierten Beschwerden sowie den zeitlichen Abstand des Zeckenstichs. Hieraus kann er oftmals bereits die Wahrscheinlichkeit der Lyme-Borreliose-Infektion ableiten. Allerdings erinnern sich Patienten häufig nicht an einen Zeckenstich und die beschriebenen Symptome können auch klassische Anzeichen für andere Erkrankungen sein.

Hier hilft die körperliche Untersuchung weiter, bei der der Mediziner zunächst versucht, die klassische Wanderröte zu diagnostizieren. Ist diese zu verzeichnen, wird die Therapie begonnen.

➤ Blutuntersuchung

Fallen typische Infektionsanzeichen komplett aus, ist die Blutuntersuchung die weitere Diagnoseform. Hier wird auf Antikörper gegen die Borrelien untersucht. Der Nachweis der Antikörper lässt allerdings nur den Nachweis des Kontaktes mit den Borrelien zu und diese Antikörper haben auch Menschen im Blut, die an der Lyme-Borreliose noch nie erkrankt sind. Der Antikörper-Nachweis wird durchgeführt, weist aber die aktuelle Infektion nicht nach. Im Umkehrschluss können fehlende Antikörper die Lyme-Borreliose aber nicht völlig ausschließen – besonders in der Frühphase der Erkrankung. Der Arzt wird sich nun auf Erfahrungswerte verlassen und trotz Blutuntersuchung eine Therapie – unabhängig von den Blutuntersuchungsergebnissen – starten.

➤ Untersuchung des Hirnwassers

Bestehen Nervenprobleme, wird auch in der Regel eine Untersuchung von Hirnwasser angestrebt. Hierbei wird mittels Einstich in den Rückenmarkkanal die sogenannte Lumbalpunktion durchgeführt. So lassen sich Hinweise auf eine Entzündung der Nerven finden, sowie auch spezielle Antikörper.

➤ Entnahme von Gelenkflüssigkeit

Häufiger können Antikörper bei einer Infektion in der Gelenkflüssigkeit gefunden werden (wenn Gelenkprobleme bestehen). Auch diese Hinweise können für die umfassende Diagnose herangezogen werden. So ist in der Regel bei Gelenkbeschwerden auch eine Entnahme von Gelenkflüssigkeit üblich.

➤ Untersuchung der Zecke

Wurde die tote Zecke gefunden, die den Einstich verursacht hat, kann auch eine Untersuchung der Zecke auf Borreliose-Erreger durchgeführt werden. Diese Untersuchung wird allerdings nicht von den Krankenkassen getragen.

Lyme-Borreliose: Therapie, Meldepflicht und Vorbeugung

Fakt ist, dass die Gefahr einer Erkrankung für den Menschen umso größer wird, je länger die Zecke sich in der Haut befindet und damit die Zeit hat, die Erreger aus dem Darm in die Blutbahn des Menschen weiterzugeben. Auch beim unsanften Entfernen der Zecke, wenn sie also beispielsweise gequetscht wird, erhöht sich das Risiko, dass damit die Erreger in die Blutbahn des Menschen gelangen, deutlich.

➤ Lyme Borreliose Therapie

Wichtig ist in jedem Fall ein früher Beginn der Therapie. In der Regel, wird vom Arzt sofort ein Antibiotikum verabreicht. Die Dauer der Einnahme ist vom jeweiligen Stadium abhängig. Hier muss auch auf jeden Patienten individuell eingegangen werden, um Folgen, wie eine Antibiotikaallergie, zu vermeiden.

➤ Lyme Borreliose Meldepflicht

Meldepflichtig ist die Infektion in den neuen Bundesländern, Berlin, dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Bayern. Nach statistischen Erhebungen sind in Deutschland etwa 50.000 bis 100.000 Menschen von einer Infektion mit den Lyme-Borreliose-Erregern betroffen.

➤ Lyme Borreliose Vorbeugung

Eine Impfung gegen die Lyme-Borreliose ist nach heutigem Stand der Medizin nicht möglich, was den Schutz vor Zeckenstichen besonders wichtig werden lässt.

  • Kleidung aus glattem Material, gibt den Zecken weniger Halt.
  • Bei Waldspaziergängen binden Sie ihre Hosenbeine zusammen.
  • Beim Ausflug in die Natur, tragen Sie feste, hohe Schuhe.
  • Insektenschutzmittel auf die Haut sprühen (wirkt max. 2-3 Stunden).
  • Nach dem Ausflug den ganzen Körper nach Zecken absuchen.