Start Medizin

Wie Sie Stress im Alltag abbauen können

175
0
TEILEN
Stress abbauen
© matteozin - Fotolia.com

Stress ist ein natürlicher Vorgang im Körper, der diesen zu Höchstleistungen aktiviert und schon seit Beginn der Menschheit auch das Überleben sichert. Beim Menschen werden Stresshormone ausgeschüttet, um ihn zu Höchstleistungen in Gefahrensituationen anzutreiben. So war es zumindest damals, als wir noch in Höhlen lebten und unser Überleben von Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit abhing. Auch wenn diese direkten Gefahren, z. B. durch wilde Tiere, heute nicht mehr lauern, funktionieren wir aber noch immer genau wie zu Urzeiten. Und so ist es eben die unerledigte Arbeit oder der zeitliche Stress, der genau diese Bereitschaft zu Höchstleistungen in uns weckt. Soweit ist das in Ordnung, wenn diese Phasen nicht zur dauerhaften Situation werden, denn lediglich Dauerstress macht irgendwann krank und muss aus dem Leben somit herausgenommen werden. Stressige Phasen sind normal und gehörten zum Leben schon immer dazu.

Komplett entspannt – das geht überhaupt nicht
Stress fängt manchmal schon damit an, dass man fast schon um jeden Preis komplett entspannen möchte. Physiologisch ist das nämlich überhaupt nicht möglich, denn der Körper kann im Wachzustand nicht komplett entspannen – die Skala reicht hier nur von sehr starker Anspannung bis hin zu sehr geringer Anspannung mit hohem Entspannungsfaktor. Das heißt, dass es auch im Entspannungszustand nicht möglich ist, alle Stressfaktoren und Gedanken völlig auszuschalten. Richtig mit Stress umgehen im Alltag und entspannende Pausen in regelmäßigen Zeitabständen einlegen – das ist das Geheimnis der Entspannung.

Buchtipp: Der Anti Stress Vertrag!

Das Buch „Der Anti Stress Vertrag“ ist unser Geheimtipp für Stress-Geplagte. Mit erfrischender Leichtigkeit führt der Autor Thomas Prünte durch sein Werk und steckt den Leser dabei geradezu an. Wenn Sie mal wieder auf 180 sind, nehmen Sie das Buch, schlagen es an einer beliebigen Stelle auf und lesen sich den Stress weg. Genial!

Wie geht Entspannung überhaupt?
Das Geheimnis der Entspannung besteht in allen Fällen darin, dass die Gedanken umgeleitet werden – also von der stressigen Situation weg zur Aufmerksamkeit auf die Atmung. Es muss nämlich nicht der Lotussitz aus dem Yoga sein, der für die Reduzierung der Anspannung eingenommen wird. Katzen können beim Dösen perfekt entspannen. Wir Menschen können in viel zu vielen Fällen einfach unsere Gedanken nicht ausblenden und müssen sie daher einfach auf Entspannung umleiten. Daher eben die Konzentration auf den Atem, die auch in der Meditation keinen anderen Sinn hat, als eben die Gedanken zu beschäftigen bzw. aus dem Alltag abzuholen. Auch wenn oft von gezielten Übungen die Rede ist, um eine Entspannung zu erreichen, so ist es letztlich nicht die Art, wie man entspannt, die hilft, sondern dass man überhaupt etwas zur Entspannung tut. Das ist umso schwieriger, wenn man überwiegend geistige Arbeit ausführt, von der die Ablenkung schwieriger ist als von der körperlichen Tätigkeit, für die der Mensch ja eigentlich überwiegend ausgerichtet ist.

Kleine Entspannungsphasen in den Alltag einbauen
Die Entspannung fängt dann schon damit an, sich zum Beispiel gezielt Pausen einzuplanen. Allein die Tasse Kaffee oder Tee oder auch das Glas Milch in Ruhe getrunken – und ohne die Erledigung von Arbeit nebenher – kann schon zu einer wirksamen Reduzierung der Anspannung führen. Bewusst atmen und sich auf den Atem – also das gezielte Luftholen und Luft ausstoßen – und die Konzentration auf diesen Vorgang kann in stressigen Situationen eine echte Hilfe sein, die von der Umgebung überhaupt nicht wahrgenommen wird. Rituale wie die anfangs erwähnte Pause mit dem Kaffee, die halbe Stunde Mittagspause, die gezielt zum Bummeln und Abschalten genutzt wird oder auch das regelmäßige Bad nach der Arbeit können im Alltag entspannende Wirkung haben. Wer sich langfristig etwas richtig Gutes tun möchte, bucht einfach bei der Volkshochschule oder auch einem privaten Trainer einen Kurs zur Progressiven Muskelentspannung. Hier erlernt man nämlich, den Körper gezielt anzuspannen und wieder zu entspannen. Diese Fähigkeit kann langfristig – also nach einiger Übung – in allen Alltagssituationen genutzt werden und für eine Reduzierung der Anspannung sorgen.

Hausgemachten Stress aus dem Leben eliminieren
Stress kann man sich übrigens auch selbst bereiten, indem der Tagesablauf einfach nur zu hektisch und unkoordiniert gestaltet ist. Zeitmangel ist ein wichtiger Stressfaktor und wenn der Wecker jeden Morgen bis zur letzten Minute immer wieder in den Schlummermodus versetzt wird und die Beine erst dann aus dem Bett geschwungen werden, wenn zeitlich wirklich nichts mehr geht – dann fängt der Stress schon an. Also sollten sich auch Langschläfer dazu aufraffen, den Wecker lieber eine halbe Stunde früher zu stellen, um dann noch ein wenig im Bett dösen zu können und trotzdem den Tag entspannt zu beginnen. Toll ist es natürlich, wenn die Kleidung für den Tag schon am Abend zuvor zusammengestellt wurde und die Auswahl dann nicht am Morgen schon für Stress und Zeitmangel sorgt. Es muss ja nicht das komplette Frühstück allein sein, wenn man nun mal kein Frühstückstyp ist. Aber eine Tasse Kaffee, ein Tee oder auch ein Saft als Frühstück – also als Ritual für den Morgen – lässt den Tag regelmäßig und somit auch entspannt beginnen. Regelmäßigkeit kann vielen Menschen bei der Bewältigung von Stress helfen und so ist das morgendliche Ritual mit Recken und Strecken im Bett und dem Kaffee vor dem Verlassen des Hauses eine gute Basis für einen entspannten Tagesbeginn.

Keine Angst vor Stress
Stress ist nicht ungesund, wenn wir auch wieder aus den stressigen Phasen herausfinden. Niemand wird krank, weil er mal hektische Phasen im Leben erlebt. Das Geheimnis besteht einfach darin, aus den stressigen Phasen nach Abschluss der entsprechenden Aufgabe auch wieder herauszufinden. Da hilft es dann auch, „nein“ sagen zu lernen. Wir müssen nicht überall helfen und immer bereitstehen. Gerade übermäßig hilfsbereite Menschen geraten oft in stressige Situationen. Der Tag hat für uns alle nur 24 Stunden, die aber nicht komplett ausgefüllt sein dürfen. Pufferzeiten für unerwartete Verlängerungen von Aufgaben müssen eingeplant werden und auch Pausen gehören einfach dazu. Dann macht Stress nicht krank, sondern bringt Höchstleistungen.

Stresstipps von Helmut Tietz

Helmut Tietz arbeitet seit 20 Jahren als Heilpraktiker und Coach für Menschen mit Stressbelastung. Das Burnoutsyndrom und Stressbewältigung sind seine Spezialgebiete. In seinem Weblog gibt er kostenlos hilfreiche Tipps weiter, die Sie unbedingt kennen sollten. Mehr lesen…

Kinder stressfrei erziehen – Sieben Regeln schonen die Nerven der Eltern

Kinder stressfrei zu erziehen, ist der Wunsch aller Eltern. Leider gelingt dies im Alltag nicht immer. Schnell verliert man die Geduld oder fühlt sich genervt. Unsere sieben goldenen Regeln geben Tipps für eine stressfreie Erziehung. Mehr lesen…