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Kreuzallergie – Symptome und Behandlung

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Kreuzallergie
© Mallivan - Fotolia.com

Reagiert der menschliche Körper auf mehrere Allergene gleichzeitig, meist Pollen und Nahrungsmittel, spricht man von einer Kreuzallergie.

Die einen freuen sich, dass die kalte Jahreszeit endlich vorbei ist, die anderen sehen dem Frühjahr mit gemischten Gefühlen entgegen. Bereits ab Februar / März beginnt für Allergiker eine „schwere Zeit“, denn Pollen und Gräser haben Hochkonjunktur. Niesen, eine verstopfte Nase, geschwollene und tränende Augen bis hin zu Atemnot – Allergiker haben mit einer Reihe Symptomen zu kämpfen.

Neben Pollen sind auch Hausstaubmilben oder bestimmte Lebensmittel, Auslöser von Allergien. Zu allem Übel reagieren aber immer mehr Allergiker nicht nur auf ein Allergen, sondern zusätzlich auf Allergene, die dem bereits vorhandenen ähnlich sind.

Kreuzallergie Definition
Tritt der Fall ein, dass auf mehrere Allergene reagiert wird, spricht man in der Medizin von einer Kreuzalllergie oder auch Kreuzreaktion. Besonders häufig kommt eine Kreuzallergie bei Menschen mit Heuschnupfen vor, die zudem auch an einer Nahrungsmittelallergie leiden.

Kreuzallergie Symptome erkennen und richtig deuten

Generell muss gesagt werden, dass eine Kreuzallergie auftreten kann, aber nicht muss. Ob ein Allergiker auf weitere ähnliche Allergene reagiert, ist abhängig von seinem Immunsystem. Reagiert jemand allergisch, ist seine körpereigene Abwehr quasi gestört.

Jeder Allergiker sollte deshalb auf die Signale seines Körpers hören. Treten neben den bekannten Allergiesymptomen weitere auf, könnte eine Kreuzallergie vorliegen. Wer sich nicht sicher ist, aber den Verdacht hat, zusätzlich eine Lebensmittelallergie zu haben, führt am besten ein Ernährungstagebuch. Dadurch bekommen Sie einen Überblick wann und auf welche Nahrungsmittel Sie reagieren. Häufig sind es rohe Lebensmittel, wie Obst und Gemüse, die die Allergie auslösen. Der vollkommene Verzicht muss nicht zwingend sein, denn im gekochten Zustand werden die Lebensmittel oftmals gut vertragen.

Lesetipp:  Wie entsteht eine Nahrungsmittelallergie?

Bei starken Beschwerden zum Arzt

Ein Symptomtagebuch ist kein Ersatz für den Arztbesuch, es dient lediglich der besseren Diagnosefindung. Gerade wenn heftige Beschwerden, wie Durchfall, juckender Ausschlag oder Asthmaähnliche Anfälle auftreten, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

» Hinweis: Auch Medikamente, die täglich eingenommen werden müssen, können als Auslöser für eine Kreuzallergie in Betracht kommen.

Kreuzallergie behandeln – aber wie?

Bei einer Kreuzallergie werden die Beschwerden nicht anders behandelt, als bei einer „einfachen Allergie“, nur eben in doppelter Hinsicht. Hierbei spielen zwei Behandlungsmethoden eine wichtige Rolle:

  • Behandlung der Symptome
  • Zur Linderung der Symptome erfolgt die Behandlung der Symptome in den meisten Fällen mit Medikamenten (Tabletten, Nasen-Spray, Augen-Tropfen, Cremes).

  • Hyposensibilisierung
  • Durch die Hyposensibilisierung soll die Überreaktion des Immunsystems gestoppt werden – in der Medizin wird diese Behandlungsmethode auch als Allergieimpfung bezeichnet. Die spezifische Immuntherapie kann aber nicht bei allen Allergien angewandt werden. Lebensmittelallergien lassen sich damit nicht behandeln, allergische Reaktionen auf Gräser und Pollen allerdings schon.

Vorbeugende Maßnahmen durch den Patienten

Apfel Allergie
Statt rohem Apfel lieber Apfelmus verzehren – © matttilda – Fotolia.com
Ist eine Kreuzallergie diagnostiziert worden, kann der Patient selbst einiges tun, um die Beschwerden zu lindern oder denen vorzubeugen. Dazu zählen simple Dinge wie die Vermeidung des Aufenthaltes im Freien, bei angesagtem Pollenflug oder im Falle einer Hausstauballergie, die Nutzung der richtigen Matratze zur Vorbeugung der Allergiebeschwerden. In der nachfolgenden Auswahl finden Sie weitere Tipps, die speziell bei der jeweiligen Allergie anwendbar sind.

  • Inhalieren mit Eukalyptus-, Fenchel- oder Dillöl
  • nassen, kalten Lappen auf die Augen legen
  • Nasenspülung mit Kochsalz
  • Pollenfilter im Auto anbringen
  • Sonnenbrille tragen


  • Teppiche aus der Wohnung entfernen
  • keine Pflanzen im Schlafbereich aufstellen
  • Schlafzimmer kühl halten, Luftfeuchtigkeit nicht über 45 – 55 Prozent
  • nicht mit nassen Haaren ins Bett gehen
  • atmungsaktive Matratze verwenden
  • Staubfänger in der Wohnung reduzieren


  • keine Haustiere in der Wohnung
  • bei verstopfter Nase spezielles Nasenspray benutzen
  • antiallergenen Luftreiniger aufstellen
  • von Tieren außerhalb der Wohnung fernhalten
  • Betten und Kissen mit Polyesterfüllung. verwenden
  • bei starken Symptomen Medikamente verschreiben lassen


  • bei Wespen- oder Bienenstich den Stachel möglichst entfernen
  • bei starken Beschwerden, wie Atemnot, sofort zum Arzt
  • nicht in der Nähe von beliebten Tummelplätzen von Wespen und Bienen aufhalten (Straßenrestaurants, Mülltonnen)
  • keine stark riechenden Deo’s oder Parfums benutzen
  • Hyposensibilisierung zur langfristigen Vorbeugung durchführen lassen


  • auf allergieauslösende Nahrungsmittel verzichten
  • alternativ entsprechende Lebensmittel nur gekocht verzehren
  • beim Kauf von Lebensmitteln auf die Inhaltsstoffe achten
  • immer Notfallmedikamente bei sich tragen

Kreuzallergie: Pollen und Nahrungsmittel

Die häufigste Form der Kreuzallergie kommt zwischen Pollen und Nahrungsmitteln vor. Auch wenn die jweiligen Allergene auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, können sie doch die typischen Symptome wie Juckreiz, Schwellungen oder gar Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Mögliche Kreuzreaktionen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Auslöser der Allergiemögliche Kreuzallergie

Birke
  • Haselnuss / Mandel
  • Apfel und Birne
  • Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen
  • Erdbeeren
  • Kirschen
  • Kartoffeln
  • Karotten
  • Sellerie

Gräser und Getreide
  • Erdnüsse
  • Melone
  • Tomaten
  • Orangen
  • Kartoffeln
  • Erbsen
  • Mangold
  • Soja

Ambrosia
  • Bananen
  • Gurken
  • Melonen
  • Zuccini
  • Salat

Hausstaubmilben
  • Muscheln
  • Austen
  • Garnelen
  • Hummer
  • Krabben
  • Schnecken
  • Schrimps
  • Tintenfisch

Allergien sollten nicht in Eigenregie behandelt werden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie auf bestimmte Pollen oder Nahrungsmittel allergisch reagieren, stellen Sie sich einem Arzt vor. Nutzen Sie dazu die bundesweite Allergologen-Onlinesuche.


Foto1: © matttilda - Fotolia.com