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Künstliche Fingernägel: Warum ein Besuch im Nagelstudio gefährlich sein kann

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Künstliche Fingernägel: Warum ein Besuch im Nagelstudio gefährlich sein kann
© jakubzak - Fotolia.com

Für viele ist der Gang ins Nagelstudio gar nicht mehr wegzudenken. Doch genau da können Gefahren lauern. Warum ein Besuch im Nagelstudio ungesund sein kann, erfahren Sie hier.

Was früher einfach nur mal ein Trend war, hat sich zum Dauerbrenner entwickelt: Künstliche Fingernägel. Das Nägel schön und gepflegt aussehen sollten, da sind sich die meisten Frauen einig. Die einen lackieren Ihre Nägel selbst und nehmen die kürzere Haltbarkeit in Kauf, die anderen gönnen sich den Luxus und gehen in ein Nagelstudio und lassen sich dort die Nägel machen. Die Haltbarkeit liegt hier bei ungefähr 4-6 Wochen.

Angefangen hat es mit French Nails, doch mittlerweile kann man teils sagenhafte Kunstwerke auf den Nägeln beobachten. Wie schön manche Nägel auch aussehen, viele wissen gar nicht welcher Gefahr sie sich aussetzen, wenn Sie in ein Nagelstudio gehen.

5 Gefahren, die in Nagelstudios lauern können

❖ Gefahr 1: Acrylnägel

Acrylnägel sind sehr beliebt, weil sie widerstandsfähiger sind als Gelnägel. Anders als bei den Fingernagel Tips gibt es Acrylnägel nicht als Fertigprodukt. Die Herstellung beginnt erst direkt bei der Nagelmodellage. Hierbei werden zwei flüssige und pulvrige Komponenten miteinander vermischt und direkt auf den Nagel aufgetragen. Es entsteht ein chemischer Vorgang, bei dem sich die beiden Komponenten zu einem hochmolekularen festen Kunststoff verbinden – dem neuen Nagel.

Gefährliche Substanz im Hauptbestandteil gefunden

Einem Bericht des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zufolge wurde beim Import der Zwei-Komponenten-Systeme im flüssigen Mittel Methylmethacrylat festgestellt. Dieses Mittel kann nicht nur Infektionen im Gesicht, an den Händen und Fingerspitzen hervorrufen, sondern im schlimmsten Fall auch zum Ablösen des Nagels führen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung kommt deshalb zu dem Schluss, dass diese Mittel der Gesundheit schädigen können. Ein grundsätzliches und vor allem einheitliches Verbot von Methylmethacrylat gibt es in Deutschland und der EU nicht. Anders sieht es in Kanada, Australien und den USA aus. Hier wurde das Verbot bereits durchgesetzt.

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❖Gefahr 2: Gelnägel

Auch Gelnägel haben nicht den besten Ruf. Sie sind zwar günstiger als Acrylnägel und auch der Geruch ist weniger intensiv, jedoch müssen die Nägel zum Aushärten unter eine UV-Lampe. Und was beim Sonnenbad und auch im Solarium gilt, gilt auch hier: UV-Strahlen erhöhen das Hautkrebsrisiko. Hautärzte warnen also davor seine Hände und Nägel direkt unter die Strahlen zu halten.

Forscher aus Amerika haben es sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden wie viele Strahlen die Geräte, die zur Modellage genutzt werden, abgeben. Sie sind zu dem Entschluss gekommen, dass diese Geräte zwar Strahlen abgeben, aber das Risiko einer Krebsentstehung eher gering ist. Dennoch raten sie Anwenderinnen vor der Nagelmodellage die Hände mit einem Sonnenschutz einzucremen.

Die Ergebnisse der Studie können im Fachblatt Journal of the American Medical Association of Dermatology (kurz: JAMA) nachgelesen werden.

❖ Gefahr 3: Eigene Nägel werden dünn und brüchig

Selten lässt man sich nur für einen kurzen Zeitraum die Nägel machen. Häufig ist es doch so, wenn man einmal angefangen hat, bleiben diese auch eine Weile – meist über viele Jahre.

Während dieser Zeit kommt durch die Kunstnägel kein Sauerstoff an die Naturnägel. Das hat zur Folge, dass das Keratin, was die Nägel stärkt, fehlt. Dadurch verlieren Sie an Festigkeit, werden dünner und brüchig.

❖ Gefahr 4: Keime dringen leichter ein

Das fehlende Keratin und die damit weicheren Nägel können außerdem dazu führen, dass das Nagelbett nicht mehr ausreichend vor Keimen geschützt ist. Bakterien, Viren und Pilze haben so leichtes Spiel – Infektionen des Nagelbetts oder auch Nagelpilz sind die Folge.

Nagelpilz kann sich aber auch bilden, wenn sich unter den Gelnägeln kleine Lücken befinden. Das kann schon bei der Nagelmodellage an sich passieren, aber auch erst später im Alltag, wenn der Nagel sich zu lösen beginnt. Welche Gefahren vom Nagelpilz ausgehen und wie man erfolgreich dagegen vorgeht, erklärt der Facharzt für Dermatologie und Vererologie Dr. Bresser.

❖ Gefahr 5: Fehlende Hygiene

Hygiene ist bei der Nagelmodellage das A und O. Wird sie vernachlässigt, steigt das Risiko für Keime und somit die Chance auf den oben genannten Nagelpilz.

Alle Instrumente, die im Nagelstudio verwendet werden, müssen nach JEDER Benutzung desinfiziert werden. Es gelten hier die gleichen hygienischen Vorschriften wie auch in medizinischen und sozialen Berufen. Wird es mit der Sauberkeit und der Reinigung der Instrumente nicht so genau genommen, drohen gefährliche Virusinfektionen. Wer aber trotz der hier genannten Gefahren nicht auf seine künstlichen Fingernägel verzichten will, sollte sich sein Nagelstudio im Vorfeld genau aussuchen. Auf welche Kriterien es hierbei besonders ankommt, lesen Sie im Ratgeber Nagelstudios von Impress-Studio.

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Alternativen zu künstlichen Fingernägeln

Wer zukünftig auf den Gang ins Nagelstudio verzichten möchte, sich aber dennoch mit schönen und gepflegten Nägeln präsentieren möchte, der hat zahlreiche Alternativen, die sich ganz einfach zu Hause selber machen lassen. Einige lassen sich in Windeseile umsetzen, für andere bedarf es etwas mehr Zeit und ein kleines bisschen Übung.

Nagelfolie

Nagelfolien sind der neuste Trend und erinnern an ausgefallene Sticker. Die Auswahl an Designs ist groß (z.B. hier bei Amazon), sodass für jeden Geschmack mit Sicherheit das richtige dabei sein dürfte. Die Anwendung ist ganz einfach:

❶ Nägel reinigen
❷ Nagelfolie auf dem Nagel platzieren
❸ Nagelfolie mit Schere an den Nagel anpassen
❹ Überstehende Nagelfolie feilen

Hier gibt’s eine Video-Anleitung dazu:

Stamping

Ebenfalls sehr einfach umsetzbar ist die Methode „Nail Stamping“. Man könnte sagen, dass diese Art die ganzen kreativen Designs auf den Kunstnägeln ablöst. Denn mal ganz ehrlich, wer selbst kann sich auf beiden Seiten wahre Kunstwerke zeichnen. Wohl kaum jemand. Dafür gibt es die beliebten Stempel-Methoden. Eine genaue Anleitung und passende Tipps dazu finden Sie im Nailart Stamping Leitfaden von 99nails.

Nailtattoos

Eine dezentere Alternative zu den Folien sind Nageltattoos. Diese lassen sich einfach auf den zuvor lackierten Nagel aufbringen. Designs dazu finden Sie ebenfalls zahlreich in Drogerien, Discountern und im Internet bei verschiedenen Händlern.

» Übrigens: Nageltattoos müssen nicht zwangsläufig geklebt sein. Bei meiner Recherche bin ich auf einen ganz neuen Trend gestoßen. Dabei werden kleine filigrane Motive in den Nagel gestochen. Die Motive bleiben dann bis zum Herauswachsen erhalten – ohne auszublassen oder zu verwischen.

So könnte das beispielsweise aussehen: