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Aphten im Mund – Ursachen und Behandlung

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Aphten im Mund
© Victoria М - Fotolia.com

Als Aphthen bezeichnet man kleine, rund oder oval ausgebildete Schäden an der Mundschleimhaut, die sich innerhalb der Mundhöhle befinden. In selteneren Fällen sind Aphthen auch im Genitalbereich zu finden. Im Volksmund sind die Aphthen nicht in ihrer korrekten Schreibweise bekannt, sondern eher als Aphten oder Aften. In der Regel handelt es sich bei Aphten um harmlose Verletzungen der Mundschleimhaut, die ohne Probleme und nachhaltige Folgen wieder abheilen. Allerdings ist die Mundschleimhaut sehr empfindlich und deshalb beeinträchtigen die Aphten auch das Wohlbefinden. Bei einigen Menschen kehren Aphten ständig wieder, was besonders unangenehm ist.

Optisch sind Aphten an ihrem grauweißen oder auch gelblichen Belag zu erkennen. In der Regel sind sie von einem rötlichen und entzündeten Hof umgeben. Die Größe der entzündeten Bereiche ist sehr unterschiedlich. Einige Aphten haben die Größe eines Stecknadelkopfes, während andere einen Durchmesser aufweisen, der bis zu drei Zentimeter betragen kann.

» Formen von Aphten
» Typen von wiederkehrenden Aphten
» Ursachen für Aphten
» Symptome für Aphten
» Wie werden Aphten diagnostiziert?
» Behandlung von Aphten
» Kann man Aphten vorbeugen?

Formen von Aphten

  • Die Symptome treten immer dann auf, wenn der Patient den auslösenden Chemikalien ausgesetzt wird.
  • Der Zustand ist chronisch.
  • Die Symptome werden durch niedrig dosierte Substanzen ausgelöst, die von anderen Personen im Allgemeinen toleriert werden bzw. vor Beginn der Erkrankung toleriert wurden.
  • Die Symptome bessern sich oder vergehen ganz, wenn die Auslöser gemieden bzw. entfernt werden.
  • Die Auslösung der Symptome erfolgt durch verschiedene chemisch miteinander nicht verwandte Stoffe.
  • Mehrere Organe oder Organsysteme sind von Symptomen betroffen.
  • Die Beschwerden sind nicht auf andere Krankheiten zurückzuführen.

Typen von wiederkehrenden Aphten

Wenn habituelle Aphten auftreten, handelt es sich um immer wiederkehrende Blessuren der Mundschleimhaut. Sie können sich über Jahre und auch Jahrzehnte immer wieder zeigen und in Intervallen von Wochen oder sogar Monaten regelmäßig auftreten. Oftmals treten Aphten zu mehreren im Mund auf, was die Schmerzen dann erhöht. Die habituellen Aphten unterscheiden sich in unterschiedliche Formen und treten mit unterschiedlichen Symptomen auf.

  • Typ Minor
    Der Typ Minor betrifft rund 80 Prozent der Menschen, die unter habituellen Aphten leiden. Hier sind nur wenige und sehr flache Schleimhautdefekte im Mund oder Genitalbereich zu finden, die nach kurzer Zeit abheilen und keine Narben hinterlassen.
  • Typ Major
    Die Aphten vom Typ Major weisen tiefere Schleimhautdefekte auf und sind auch deutlich größer als die Aphten des Typs Minor. Sie können bis zu drei Zentimeter groß werden. Diese Aphten hinterlassen häufig Narben und benötigen einen langen Zeitraum, bis sie ausgeheilt sind.
  • Typ Herpetiformer
    Aphten des Herpetiformer Typs treten nur sehr selten auf. Betroffene spüren sie als kleine Verletzungen, die weniger als drei Millimeter Durchmesser haben. Diese schmerzhaften Aphten treten geläufig auf und bis zu 100 Stück können sich über die gesamte Mundhöhle verteilen.

Ursachen für Aphten

Die Ursachen für Aphten sind sehr vielfältig. Im Regelfall bleibt es allerdings ungeklärt, warum Aphten auftreten.

Auch die Ursachen für immer wiederkehrende Aphten sind bis heute nicht komplett geklärt. Die habituellen oder chronisch rezidivierenden Aphthen sind unter Umständen eine Immunreaktion des Körpers – ihre Entstehung konnte allerdings bis heute nicht umfassend geklärt werden.

In der Regel sind Betroffene gesund und es bestehen keine konkreten Ursachen für das Auftreten von Aphten. In einigen Fällen kann es allerdings sein, dass verschiedene Einflüsse eine Rolle für das Auftreten von Aphten spielen. Folgende Faktoren können die Aphten begünstigen:

  • Eisenmangel
  • Folsäuremangel
  • Vitamin-B12-Mangel
  • Zinkmangel
  • Überempfindlichkeiten gegen verschiedene Nahrungsmittel wie Nüsse, Tomaten oder auch Alkohol oder Zitrusfrüchte
  • Genetische Hintergründe, da Aphten familiär gehäuft auftreten
  • Menstruationszyklen
  • Psychische Belastungen
  • Mechanische Verletzungen im Mundraum, die beispielsweise durch schlecht sitzenden Zahnersatz, Bissverletzungen oder Zahnarztinstrumente verursacht wurden

Viren oder Bakterien gelten nicht als Ursache für Aphten. Auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen können Aphten auftreten. Hierzu gehören folgende Erkrankungen:

  • Morbus Behcet – eine sehr selten auftretende entzündliche Gefäßerkrankung
  • Sweet Syndrom – eine selten auftretende Hauterkrankung
  • Zöliakie – eine Glutenunverträglichkeit des Darms
  • Neutropenie eine Reduzierung bestimmter weißer Blutzellen
  • Defizite in der Ernährung
  • Darmerkrankungen, beispielsweise Morbus Crohn oder Coliti ulcerosa

Menschen, die an einer HIV-Infektion leiden, haben häufig immer wiederkehrende Aphten zu verzeichnen. Auch die Einnahme von Medikamenten kann für die Entstehung der Verletzung der Schleimhäute verantwortlich sein.

Symptome für Aphten

Aphten zeigen sich in ihrer Symptomatik sehr charakteristisch. Sie sind rund oder oval ausgeformt und übersteigen nur in seltenen Fällen die Größe einer Linse. Aphten siedeln sich bevorzugt in der Mundhöhle an.

Die ersten Anzeichen für die Aphte zeigen sich durch ein unangenehmes Spannungsgefühl oder Brennen an der befallenen Stelle. Innerhalb von 24 Stunden wird die Stelle dann rot und entwickelt einen flach ausgebildeten Schleimhautdefekt, der einen gelben oder grauweißen Belag ausweist. Dieser Belag ist ein faseriges Eiweiß, das durch die Blutgerinnung entsteht. In der Regel ist die Aphte von einem entzündet roten Hof umrandet. In der Größe zeigen sich Aphthen von Stecknadelkopfgröße bis hin zu einer Ausdehnung von bis zu drei Zentimetern.

Wie werden Aphten diagnostiziert?

Wenn der Verdacht auf Aphten besteht, wird der Mundraum oder der Genitalbereich zunächst vom Arzt kontrolliert. Der Azt erkennt die Aphten an ihrem typischen Aussehen und am Verlauf, den sie nehmen. Eine körperliche Untersuchung reicht für die Diagnose der Aphten in der Regel aus.

Nur sehr selten muss eine zusätzliche Untersuchung durchgeführt werden. Kehren die Aphten immer wieder oder zeigen sie sich besonders groß, wird der Arzt eine umfassende Untersuchung durchführen, um festzustellen, ob eine andere Erkrankung der Auslöser für die Aphten ist.

Behandlung von Aphten

Generell heilen Aphten von allein ab – eine spezielle Behandlung der Verletzungen ist nicht notwendig. Werden die Aphten behandelt, dann meist deshalb, damit die Symptome gelindert und der Heilungsverlauf beschleunigt wird. Linderung bringen:

  • Mundspülungen,
  • Gel für die Schleimhaut,
  • Lutschtabletten.

Wer Aphten hat, verzichtet in der Regel auf bestimmte Lebensmittel von selbst, wenn diese die Beschwerden verstärken. Nur in sehr schweren Fällen muss eine Behandlung mit Medikamenten stattfinden.

» Aphten Behandlung bei starken Schmerzen

Sind die Schmerzen sehr intensiv, kann eine Behandlung mit einer betäubenden Flüssigkeit stattfinden. Hierbei handelt es sich um eine Lokalanästhesie, die in der Regel den Wirkstoff Bezocain aufweist und die in der Apotheke als niedrigdosiertes Präparat frei verkäuflich erhältlich ist.

» Behandlung von wiederkehrenden Aphten (habituell)

Treten die Aphten immer wieder auf, und die Ursache ist nicht bekannt, können nur die Symptome behandelt werden. Die Behandlung kann die Heilungszeit reduzieren. Auf die Zeiträume, in denen die Aphten wiederkehren, hat die Behandlung aber keinen Einfluss.

Als Behandlung der wiederkehrenden Aphthen haben sich folgende Präparate als sinnvoll erwiesen:

  • Mundspülungen, die eine desinfizierende Wirkung haben und Hexatidin oder Chlorhexidin beinhalten.
  • Auch schmerzreduzierende Mundspülungen, Gels oder Lutschtabletten, die als Inhaltsstoffe Bezocain oder Lidocain haben, können die Problematik reduzieren.
  • Bei intensivem Befall oder bei starken Beschwerden können Gels, Pasten oder Spülungen verwendet werden, die glukokortikoidhaltig sind und die zudem Wirkstoffe wie Trimacinolon, Betamethason sowie Prednisolon beinhalten.
  • Bei Intensivem Befall, zum Beispiel wenn die Aphten vom Typ Major den Mund befallen haben, kann eine lokale Behandlung sinnvoll sein. Zusätzlich müssen dann auch glukokortikoidhaltige Medikamente verwendet werden, denn in diesem Fall ist eine systemische Therapie für den Heilungserfolg sehr wichtig.

Kann man Aphten vorbeugen?

Eine Vorbeugung gegen die unangenehmen Verletzungen der Schleimhaut ist nur bedingt möglich. Der Hintergrund liegt darin, dass sowohl die Ursachen für die Aphten im Mund als auch an den Genitalien bis heute nicht erforscht sind.

Besteht der Verdacht, dass verschiedene Lebensmittel die Aphten auslösen – beispielsweise Nüsse oder Tomaten – dann sollten diese Lebensmittel künftig unbedingt gemieden werden.

Auch harte Lebensmittel wie Brötchen oder Zwieback können Probleme an den Schleimhäuten bereiten, so dass sie nur vorsichtig gegessen werden sollten, um ein Aufreißen der Verletzungen zu vermeiden.

Auch das Zähneputzen sollte besonders vorsichtig vonstatten gehen. Sinnvoll kann eine gründliche Mundspülung mit entsprechenden keimtötenden Präparaten sein, damit eine Verbreitung von Bakterien im ohnehin gereizten Mundraum nicht stattfinden kann.

Bei einigen Menschen sind es psychische Belastungen, die zu Aphten führen. In diesem Fall kann die Vermeidung von Stress eine vorbeugende Maßnahme sein. Auch Entspannungsmethoden, wie die progressive Muskelentspannung, können hier Hilfe bringen.

Treten Aphten öfter auf oder sind diese besonders groß, sollten Sie sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen, um eine andere Erkrankung auszuschließen.


Foto1: © Michael Tieck - Fotolia.com, Foto2: © Klaus Eppele - Fotolia.com, Foto3: © Birgit Reitz-Hofmann - Fotolia.com, Foto4: © Benicce - Fotolia.com