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Herzinfarkt bei Frauen – Symptome schneller erkennen

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Herzinfarkt bei Frauen
© Robert Kneschke - Fotolia.com

Noch bis vor wenigen Jahren galt der Herzinfarkt als Männersache. Doch mittlerweile sind es mehr Frauen, die an den Folgen eines Herzinfarktes sterben.

Statistiken zufolge sind es sogar doppelt so viele Frauen wie Männer, die den ersten Infarkt nicht überleben.

Herzinfarkt bei Frauen oft unentdeckt

Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Als mögliche Ursachen werden zunehmender beruflicher und sozialer Stress angesehen, aber auch die Tatsache, dass immer mehr Frauen rauchen. Auch Bluthochdruck und Diabetes gehören wie bei Männern zu den Risikofaktoren bei Frauen.

Zum anderen kündigt sich ein Herzinfarkt bei Frauen oft unauffälliger – in der Fachsprache: unspezifischer – an, als bei Männern. Daher bleiben Infarkte nicht selten unentdeckt. 20 Prozent der Frauen merken es noch nicht einmal, wenn sie einen Infarkt erleiden. Denn während Männer bei den ersten typischen Anzeichen (stechender, lang anhaltende Schmerz in der Brust, der in den linken Arm, Schulter oder Kiefer ausstrahlt) viel schneller den Notarzt alarmieren, spielen Frauen die Symptome herunter, sodass selbst die aufgesuchten Hausärzte zunächst nicht von einem lebensbedrohlichen Infarkt ausgehen.

Herzinfarkt bei Frauen – Symptome

Zu den unspezifischen Symptomen von Herzinfarkten bei Frauen zählen:

  • Müdigkeit, Benommenheit
  • Abnehmende Leistungsfähigkeit
  • Schwindel
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Kurzatmigkeit
  • Schmerzen oder Brennen im Rücken und im Nacken
  • Schmerzen oder Brennen im Kiefer und Rachen
  • Schmerzen oder Brennen im linken Arm und zwischen den Schultern
  • Druckgefühl im Brustraum
  • Engegefühl im Brustraum
  • Druckgefühl und Beschwerden im Oberbauch

Die Symptome können dabei sowohl einzeln als auch in Kombination auftreten. Oft klagen manche Patientinnen zum Beispiel „nur“ über Zahnschmerzen im Unterkiefer oder lang anhaltende Müdigkeit. Gerade Müdigkeit und Schwindel sind jedoch ebenfalls die typischen Anzeichen des so genannten Burnouts, weshalb viele Patientinnen erst einmal davon ausgehen, dass sie unter Stress leiden. Dementsprechend werden sie aufgrund der mangelnden gründlichen Untersuchung falsch behandelt.

Erste Anzeichen für einen Herzinfarkt? – Sofort die 112 wählen!

Deswegen sollten Frauen viel wachsamer auf die beschriebenen Symptome achten und sofort reagieren. Um keine wertvolle Zeit zu verlieren, ist der direkte Weg ins Krankenhaus dem Gang zum Hausarzt vorzuziehen, denn in einer Klinik wird ein Infarkt schneller diagnostiziert und operativ behandelt. Deswegen sollte bei dem geringsten Verdacht sofort der Rettungswagen gerufen werden, denn dieser ist im Falle einer lebensbedrohlichen Situation mit einem Defibrillator ausgestattet. Wichtig ist es, den Notarzt über die 112 zu wählen und den Verdacht auf einen Herzinfarkt schon beim Anruf zu äußern.

Warum erholen sich Frauen nach einem Herzinfarkt schlechter?

Nach einer Studie der kanadischen Heart and Stroke Foundation, die ihre Ergebnisse auf dem “Canadian Cardiovascular Congress 2011” in Vancouver präsentierte, leiden Frauen nach einem behandelten Herzinfarkt wesentlich länger an den Folgen. Während der einjährigen Studie klagten nach der Behandlung mehr Frauen im Alter von 55 und jünger unter Brustschmerzen und körperlichen Einschränkungen als die männlichen Patienten. Während sich die Männer schneller erholten, ging es den Frauen noch einem Monat nach dem Infarkt schlecht. Dies sei nach den Ergebnissen der Heart and Stroke Foundation hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass sich Frauen aufgrund familiärer Verpflichtungen keine hinreichende Auszeit gönnen und in ihrem Alltag kaum Unterstützung erfahren. Frauen nehmen Angebote für eine Reha-Maßnahme zudem seltener an als Männer.

Reha-Kliniken mit frauenspezifischen Programmen

Um den Genesungsprozess zu beschleunigen, sollten Frauen nach einem erlittenen Herzinfarkt unbedingt das Angebot einer mehrwöchigen medizinischen Rehabilitation annehmen. Bei der Wahl der Rehaklinik empfiehlt es sich, gezielt nach frauenspezifischen Programmen zu fragen. In diesem Zusammenhang spielt die psychologische Betreuung eine wichtige Rolle. Während dieses Begleitprogrammes wird speziell auf die Ängste der Frauen und deren Mehrfachbelastung in Beruf und Familie eingegangen. Auch nach der Reha sollten sich Frauen im Alltag mehr Auszeiten gönnen und dabei lernen, Arbeiten ruhigen Gewissens zu delegieren.

Herzinfarkt bei Man und Frau – Der Unterschied