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Süßstoffe – Wie ungesund ist der Zucker Ersatz wirklich?

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Süßstoff ungesund
© Heike Rau - Fotolia.com

Wer sich heute mit industriell gefertigten Lebensmitteln ernährt, kommt um künstliche Süßungsmittel praktisch nicht mehr herum. Sowohl Diätlimonaden als auch andere Getränke werden nicht mehr mit Zucker, sondern anstelle dessen mit Süßstoff gesüßt. Der Geschmack wird hier durch Zuckerersatzstoffe erzielt. Auch Speisen werden mit Zuckeraustauschstoffen gefertigt. Der Hintergrund liegt dabei nicht immer in einer Einsparung von Kalorien. Die Verwendung von Süßungsmitteln ist auch eine Kostenfrage, denn Zucker ist schlichtweg teurer als Süßstoff.

Unterschieden werden bei den Süßungsmitteln Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe. Die Kennzeichnungen sowie auch die höchstzulässigen Mengen von Süßungsmitteln bei Lebensmitteln sind sowohl im Lebensmittelgesetz als auch in den Richtlinien über Lebensmittelzusätze verankert.

Süßstoffe – Definition

Sehr viele Menschen süßen ihren Kaffee statt mit Zucker lieber mit Süßstoff. Dabei ist der Süßstoff eine synthetische und natürliche Verbindung mit einem sehr starken süßen Geschmack. Süßstoffe werden den Lebensmittelzusatzstoffen zugeordnet. Anders als Haushaltszucker und Zuckeraustauschstoffe haben Süßstoffe keinen oder einen sehr niedrigen Nährwert. Die Süßstoffe werden vom Körper entweder völlig oder nahezu unverändert wieder ausgeschieden, ohne ihm Energie zu liefern.

Einige Süßstoffarten stehen inzwischen im Verdacht, Krebs zu begünstigen. Die Erkenntnisse und Forschungen sind aber bis heute noch nicht umfassend abgeschlossen. Aussagen zu der krebserregenden Wirkung von Süßstoff können Mediziner heute weder widerlegen noch bestätigen. Einige Tierversuche erhärten die These, dass Süßstoffe Krebs verursachen oder begünstigen können, andere Auswertungen gelangen zu völlig anderen Ergebnissen.

In der EU sind nicht alle Süßstoffe zugelassen. Die erlaubten Süßstoffe sind

  • Saccharin
  • Aspartam
  • Cyclamat
  • Thaumatin
  • Neohesperidin
  • Aspartam Acesulfamsalz
  • Sucralose.

Wie wird Süßstoff angewendet?

Weil Süßstoff keine Glukose beinhaltet, kann er bei einer Diät zur Reduzierung des Körpergewichtes sehr sinnvoll eingesetzt werden. Auch für Diabetiker sind Süßstoffe verträglich. Sie werden deshalb zum Süßen von Getränken und Speisen genutzt, weil sie ohne Insulin vom Körper abgebaut bzw. ausgeschieden werden. Süßstoffe sind in jedem gut sortierten Supermarkt erhältlich. Dabei kann man auf Süßstoff in flüssiger Form, zum Streuen oder in Tablettenform zurückgreifen.

Wo ist Süßstoff drin und wie sollte man ihn lagern?

Die handelsüblichen Süßstoffe können über einen sehr langen Zeitraum gelagert werden, ohne dass sie ihre Süßkraft einbüßen oder auch ohne zu verderben. Eine Ausnahme bildet hier Aspartam. Auch beim Erhitzen verändern sich Süßstoffe nicht, sie verlieren in der Regel nicht ihre Süßkraft. Auch hier gibt es Ausnahmen, denn für Aspartam und Thaumatin gilt dies nicht. In der Lebensmittelherstellung wird der Süßstoff speziell für Diabetiker genutzt und auch sogenannte Light-Produkte werden oftmals mit Süßstoff hergestellt. Allerdings findet der Süßstoff auch in konventionellen industriell hergestellten Lebensmitteln immer mehr Verwendung, denn er ist preiswerter als Industriezucker, wird aber auch zum Süßen von Speisen und Getränken genutzt, die eigentlich auch mit Industriezucker gesüßt werden könnten.

Nicht selten werden unterschiedliche Süßstoffe gemischt, damit eine bestimmte Geschmacksrichtung erzielt werden kann. Werden in Lebensmitteln Süßstoffe verwendet, ist die Kennzeichnung dieser Lebensmittel Pflicht für den Hersteller.

Arten von Süßstoffen

» Acesulfam – E 950
Acesulfam kann eine um 200-fach erhöhte Süßkraft gegenüber handelsüblichem Zucker aufweisen. Wird dieser Süßstoff allerdings in hoher Konzentration verwendet, reduziert sich die Süßkraft und es entsteht ein metallener Geschmack. In der Lebensmittelverarbeitung gelangt Acesulfam in Lebensmittel, die kalorienreduziert sind oder die auch ohne weiteren Zuckerzusatz hergestellt werden. Gerade Getränke auf Milch- und Wasserbasis, Speiseeis und Obstkonserven, Gelees, Konfitüren und Marmeladen sowie Süßigkeiten, die keinen Zucker enthalten sowie Feinkostsalate und alkoholfreie Biersorgen werden mit diesem Süßstoff zubereitet. Der Süßstoff E 950 wird vom Körper nicht absorbiert, sondern unverändert über den Urin wieder ausgeschieden. Der Süßstoff ist kalorienfrei. Allerdings sollte die tägliche Menge von neun Milligramm je Kilogramm Körpergewicht nicht überschritten werden.

» Aspartam – E 951
Aspartam ist aus den Eiweißen Asparaginsäure sowie Phenylalanin zusammengesetzt und wird vom Körper wie Eiweiß beim Abbau behandelt. Aspartam ist nicht kalorienfrei, liefert nämlich ebensoviel Kalorien wie auch Eiweiß. Mit rund vier Kilokalorien je Gramm ist es aber sehr kalorienarm, zumal Aspartam in geringen Mengen verwendet wird. Vorteilhaft beim Aspartam ist, dass es auch in höherer Konzentration keinen unangenehmen metallenen Geschmack im Mund verursacht. Aspartam ist allerdings nicht hitzeresistent. Bei Temperaturen um 200 Grad Celsius zerfällt dieser Süßstoff. Daher eignet sich Aspartam nicht zum Kochen und Backen.

In der Lebensmittelindustrie erfolgt die Verwendung von Aspartam oftmals in Kombination mit Cyclamat. Gerade bei der Herstellung von Erfrischungsgetränken und Süßspeisen, Milchprodukten und Eis, Brotaufstrichen sowie Soßen und Senf, Obstkonserven und Spirituosen wird diese Süßstoffkombination sehr gern und häufig verwendet.

Die höchste Menge an Aspartam, die man täglich zu sich nehmen sollte, liegt bei 40 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht. Menschen die eine sogenannte Phenylketonurie haben, dürfen Aspartam überhaupt nicht verwenden, da dieser auch die Aminosäure Phenylalanin enthält. Ist in einem Lebensmittel dieser Süßstoff enthalten, muss ein Warnhinweis aufgebracht werden, der lautet „enthält eine Phenylalaniquelle“.

» Cyclamat – E 952
Beim Cyclamat handelt es sich um den Oberbegriff für Natrium- und Kaliumsalze aus der Cyclohexansulfamidsäure. Diese Stoffe sind sehr lange lagerbar und auch sehr hitzestabil, also zum Kochen und Backen geeignet. Die Süßkraft von Cyclamat liegt etwa 35-mal höher als die von normalem Zucker.

Cyclamat findet als Geschmacksabrunder und zur Steigerung der Süßkraft – oftmals in Kombination mit Saccharin – Verwendung. Bei der Lebensmittelverarbeitung wird Cyclamat für Getränke und Desserts auf Eibasis, bei Backwaren und Süßigkeiten ohne weiteren Zuckerzusatz verwendet.

Die Tageshöchstmenge, die dem Körper von diesem Süßstoff zugeführt werden sollte, liegt bei sieben Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Gerade bei Kindern kann die Höchstmenge an zulässigem Cyclamat durch gesüßte Getränke leicht überschritten werden.

Cyclamat gilt als sehr umstrittener Süßstoff, der in Verdacht steht, Krebs zu begünstigen. Allerdings gibt es hier auch verschiedene Studien, die die Thesen einerseits belegen, andererseits widerlegen.

» Saccharin – E 954
Beim Saccharin handelt es sich um den ersten Süßstoff, der industriell gefertigt wurde. Er beinhaltet auch Natrium- und Kaliumsalze. Dieser Süßstoff hat eine 450 bis 550-fache Süßkraft gegenüber Zucker. Der Süßstoff wird über den Urin ausgeschieden – und dies unverändert.

Saccharin ist nahezu kalorienfrei. In hohen Konzentrationen kann ein bitterer und metallener Beigeschmack auftreten. Deshalb wird dieser Süßstoff oftmals gemeinsam mit Cyclamat, Thaumatin und Zuckeraustauschstoffen verwendet.

Saccharin wird in vielen industriellen Light-Produkten und auch in Diabetikerlebensmitteln verwendet. Die Tageshöchstmenge, die von diesem Süßstoff aufgenommen werden sollte, liegt bei 2,5 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht.

» Thaumatin – E 957
Beim Thaumatin handelt es sich um einen Süßstoff, der aus den Samenkapseln des westafrikanischen Staudengewächses mit dem Namen Thaumatococcus daniellii, kurz: Katamfe, gewonnen wird. Auch durch gentechnische veränderte Mikroorganismen lässt sich dieser Süßstoff inzwischen herstellen.

Die Aufnahme dieses Süßstoffes durch den menschlichen Körper erfolgt sehr schnell und die Ausscheidung erfolgt in unverändertem Zustand über den Urin. Dieser Süßstoff hat fast keine Kalorien. Seine Süßkraft liegt 2.500 mal über der von Haushaltszucker. Daher muss der Süßstoff nur in kleinsten Mengen verwendet werden.

Eine Beschränkung der täglichen Höchstmenge, die von diesem Süßstoff aufgenommen werden sollte, gibt es nicht. Der Süßstoff gilt bis heue als gesundheitlich unbedenklich.

» Neohesperin-DC – E 9595
Neohesperidin-DC wir in Getränken, die auf Wasserbasis hergestellt werden sowie in Snacks und Knabberprodukten verwendet.

Vom Körper werden geringe Mengen des Süßstoffs über den Darm aufgenommen. Der Kaloriengehalt dieses Süßstoffes ist sehr gering. Neohesperidin-DC hat eine 600-fache Süßkraft gegenüber Zucker. Allerdings entwickelt er auch bei der Verwendung von normalen Mengen bereits einen mentholähnlichen Beigeschmack Daher kann dieser Süßstoff nicht in allen Lebensmitteln verwendet werden. Oftmals erfolgt die Kombination mit Aromen oder auch anderen Süßstoffen, um den Beigeschmack zu überdecken.

Die Tageshöchstdosis, die von diesem Süßstoff aufgenommen werden sollte, liegt bei fünf Milligramm je Kilogramm Körpergewicht.

Ist Süßstoff gefährlich für die Gesundheit?

Rein äußerlich kann man streufähigen Süßstoff vom Zucker kaum unterschieden. Dabei steht Süßstoff unter dem Verdacht, Krebs auszulösen, er soll die Zähne ruinieren und sogar zu Übergewicht beitragen. Aber trotzdem greifen nicht nur Diabetiker, sondern auch Menschen zu Süßstoff, die sehr figurbewusst sind.

  • Studien aus den 1960er Jahren belegten, dass durch die Verwendung von Süßstoff Blasenkrebs begünstigt werden kann.
  • Im Jahr 1988 wurde durch Forscher veröffentlicht, dass die Verwendung von Süßstoff dazu beitragen kann, dass Heißhunger entsteht und dass damit Übergewicht gefördert wird.
  • In der Tiermast sollen Süßstoffe für eine schnellere Gewichtszunahme der Tiere verwendet werden.

Einige Wissenschaftler sind der Ansicht, dass Süßstoffe der Gesundheit sehr intensiv schaden, andere hingegen wiegeln ab. Verbraucher sind dementsprechend verunsichert.

Die Information, dass Süßstoff Krebs auslösen kann, hält sich sehr konsequent und wurde bis heute nicht widerlegt. Wissenschaftler streiten nach wie vor über die Wirkung von Süßstoff im Körper.

Hintergrund für die These, dass Süßstoff Krebs auslösen kann, ist eine Rattenstudie, die in den 1960er Jahren durchgeführt wurde, die allerdings unter sehr ungewöhnlichen Methoden erfolgte und damit fragwürdig war. Die Versuchstiere wurden in dieser Studie mit Süßstoffmengen gefüttert, die der Menge von 20 Kilogramm Zucker oder 4.000 Süßstofftabletten entsprachen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die getesteten Ratten in diesem Versuch schneller Blasenkrebs entwickelten. Der mögliche Hintergrund für diesen Krebs lag in der Reaktion des Saccharin mit dem Eiweißstoff Globulin.

Auch Aspartam stand lange Zeit unter Verdacht, Krebs auszulösen, da der Körper diesen Süßstoff verarbeitet und hieraus kleine Mengen von Methanol gebildet werden. Dieser Alkohol kann in größeren Mengen im Körper zu Krebs führen. Er kommt allerdings in Süßstoff in so geringen Dosen vor, dass er als Stoffwechselprodukt keinen Schaden verursachen kann. Im Jahr 2006 wurde eine Studie der Europäischen Lebensmittelbehörde durchgeführt, die das Ergebnis brachte, dass Aspartam in üblichen Mengen verzehrt, nicht krebserregend wirkt. Gleiches gilt auch für die Süßstoffe Cyclamat und Saccharin.

Macht Süßstoff dick?

Dieser Effekt des Süßstoffs ist sehr umstritten. Die Befürworter der These argumentieren damit, dass Süßstoff in der Tiermast verwendet wird. Alle natürlichen und naturidentischen Süßstoffe dürfen hier eingesetzt werden und sie kommen gerade im Schweinefutter häufig vor.

Ernährungsexperten sind sich inzwischen sicher, dass die Süßstoffe das Dickwerden der Tiere bewirken. Neben der möglichen gewichtssteigernden Wirkung wird Süßstoff in der Schweinemast allerdings auch eingesetzt, um die Geschmacksvorlieben von Jungtieren zu befriedigen. Die Umstellung der Ferkel von der süßlichen Muttermilch auf die herben Geschmacksrichtungen des normalen Futters wird durch die Verwendung von Süßstoff erleichtert. So soll der Appetit angeregt werden. Das Futter von Jungtieren bis zu vier Monaten darf mit Saccharin durchsetzt sein. So haben es Tiermäster leichter, die Tiere abzustillen und in die Mast zu nehmen. Ferkel sollen in kurzer Zeit viel fressen, um schnell an Gewicht zuzulegen. Diesen Effekt sollen aber Diätprodukte nicht haben. Trotzdem neigen Menschen dazu, mit Diätprodukten deutlich lockerer umzugehen und hier mehr zu essen, weil sie kalorienärmer sind.

» US-Studie – Ratten und Süßstoff
In einer US-Studie wurden Ratten mit Joghurt gefüttert, der einmal mit Zucker, ein anderes Mal mit Saccharin gesüßt war. Die Ratten, die den Joghurt mit Süßstoff fraßen, nahmen in der nachfolgenden Zeit mehr an Gewicht zu als die anderen Artgenossen, die den Joghurt mit Zucker fraßen. Auch fraßen die Ratten, die mit Süßstoff versorgt wurden, größere Mengen.

Forscher erklären diesen Effekt damit, dass der Körper das Signal bekommt, dass er süße Speisen oder Getränke zu sich nimmt. Der Organismus stellt sich somit auf eine hohe Kalorienmenge ein. Ist die Verbindung nicht gegeben, wird vom Körper in den nachfolgenden Mahlzeiten die Verdauung reduziert. Zudem möchte der Organismus nun aufgrund der ausbleibenden Kalorien mehr süße Speisen oder Getränke. Dies ist aber auch der Fall, wenn der Geschmack durch kalorienreiche und mit Zucker gesüßte Speisen und Getränke erzeugt wird.

Generell verleitet süßer Geschmack den Körper dazu, von diesem mehr zu wollen – egal ob aus Zucker oder aus Süßstoff.

Süßstoff-Gegner warnen vor mehr Übergewicht

Die These, dass Süßstoff schädlich für den Körper ist, wird von Befürwortern dieser These auch damit untermauert, dass die Anzahl der Übergewichtigen steigt, seit mehr Süßstoffe verwendet werden. Gerade in den USA ist die Zahl der Fettleibigen gestiegen und auch Deutschland befindet sich hier in einer steigenden Tendenz.

Andere Forscher argumentieren, dass der Süßstoff bewirkt, dass im Körper Fette in der Bauchhöhle eingelagert werden, dass so der Blutdruck steigt und sich eine Insulinresistenz bildet, die dann zu einer Diabetes führt.

Hierbei handelt es sich aber um bisher nicht eindeutig belegte Thesen.

Karies durch Süßstoff & Was ist dran?

Die These, dass Karies durch Süßstoffe entsteht, ist sehr weit verbreitet, Wissenschaftler haben sie aber bis heute nicht belegen können. Die Kombination, dass süßer Geschmack gleichzeitig die Zähne schlecht macht, ist ein Irrglaube. Die Bakterien im Mund sind nicht in der Lage, die Süßstoffe zu Säuren zu verändern, die dann den Zahnschmelz angreifen.

Anders ist dies bei Zucker. Er besteht aus Kohlenhydraten, die im Mund eine Gährung beginnen. Damit steigt der Säurepegel im Mund an und der Zahnschmelz wird angegriffen. Süßstoffe haben eine deutlich höhere Süßkraft als Zucker, weisen aber keine Kohlenhydrate auf und können daher nicht die Zähne schlecht machen.

Nur in seltenen Fällen, nämlich dann, wenn Süßstoffe mit einem Zuckeraustauschstoff kombiniert werden, können die Mundbakterien aus diesem Gemisch, das Kohlenhydrate enthält, zahnschädliche Säuren produzieren. Die Zuckeraustauschstoffe haben eine ähnliche Zusammensetzung wie Zucker und haben auch die gleiche Süßkraft. Sie weisen aber weniger Kalorien als Zucker auf und bewirken damit kein so intensives Ansteigen des Insulinspiegels.

Entsteht durch Süßstoff Durchfall?

Einige Süßstoffe unterliegen dem Verdacht, dass sie stark abführend wirken. Hierbei handelt es sich aber um eine Verwechslung. Süßstoffe werde in einigen Lebensmitteln in Kombination mit Zuckeraustauschstoffen eingesetzt. Das kann beispielsweise Fruchtzucker sein. Viele Hersteller greifen bei der Nutzung der Zuckeraustauschstoffe reichlich zu und verwenden diese sehr intensiv. Wer große Mengen von Zuckeraustauschstoffen zu sich nimmt, fordert dem Dickdarm Höchstleistungen ab. Der kann den Stoff nicht komplett aufnehmen. Somit bleibt der Zuckeraustauschstoff im Dickdarm liegen, bindet dort das Wasser und bewirkt damit eine Verdünnung des Stuhls. Süßstoffe selbst wirken also nicht stark abführend.

Heißhunger durch Süßstoff?

Wissenschaftler streiten bis heute über dieses Thema. Eine Studie aus dem Jahr 1988 belegte erstmalig einen Zusammenhang von Heißhunger und der Verwendung von Süßstoff. Testpersonen bestätigten, dass sie nach einer Mahlzeit mit Süßstoff im Anschluss Heißhunger verspürt hätten. Die Erklärung der Wissenschaftler geht dahin, dass der Körper auf den Geschmack „süß“ sofort als Reflex Insulin ausschüttet. Weil es aber keinen Zucker bzw. keine Kohlenhydrate zu verarbeiten gibt, sinkt der Blutzuckerspiegel und die Folge ist Heißhunger.

In Versuchen mit Ratten konnte diese These belegt werden, und auch hier war es der rasant fallende Blutzuckerspiegel, der für den Heißhunger verantwortlich war.

Heute bezweifeln Wissenschaftler diesen Effekt allerdings teilweise, während andere Wissenschaftler genau diese These untermauern möchten, weil sie überzeugt sind, dass Süßstoff zu Heißhungerattacken führt. Als Beweis werden immer wieder Tiermasten bemüht, bei denen Ferkel mit Süßstoff zum Fressen animiert werden. Die Ähnlichkeit des Stoffwechsels von Schweinen und Menschen soll diese These untermauern.

Andere Studien belegen das Gegenteil und sagen, dass der Süßstoff auf die Insulinausschüttung keinerlei Einfluss hat und dass der Heißhunger auch ein psychologischer Effekt sein kann.