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Schwitzen bei Übergewicht: Was Sie dagegen tun können

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Schwitzen bei Übergewicht
© berc - Fotolia.com

Schwitzen ist ein ganz natürlicher Prozess des Körpers. Ob beim Sport, bei heißen Temperaturen oder auch bei Fieber – hier versucht der Körper die Temperaturunterschiede auszugleichen. Dabei wird die übermäßige Wärme nach außen abgeleitet. Bei Übergewichtigen ist dieses Problem aber noch deutlich schlimmer.

Wer unter Übergewicht leidet, hat neben gesundheitlichen Schwierigkeiten meist auch mit einer übermäßigen Schweißproduktion zu kämpfen. Schon kleinste Anstrengungen treiben einem den Schweiß auf die Stirn.

Eine Gewichtsreduktion kann zum einen das Risiko für die häufig mit Fettsucht einhergehenden Erkrankungen minimieren und zum anderen Schweißausbrüche erheblich verringern.

Wie sich Übergewicht auf Körper und Seele auswirkt

Menschen mit Übergewicht und Fettsucht (Adipositas) sind meist körperlich weniger belastbar als Normalgewichtige: Die Körpermasse lässt eher träge Bewegungen zu, die aufgrund des Gewichts allerdings sehr anstrengend sind, was eine rasche Ermüdung und teilweise auch Atemnot zur Folge haben kann. Zudem wirkt sich starkes Übergewicht häufig negativ auf die Gelenke aus, die mit frühen Abnutzungserscheinungen (Arthrose) reagieren können, was teilweise heftige Schmerzen auslöst. In der Regel sind Gelenke im Hüft- und Wirbelsäulenbereich betroffen, sowie das Knie- und Sprunggelenk.

Auch das Herz- Kreislaufsystem kann Schaden nehmen: Je stärker das Normalgewicht überschritten wird, desto kräftiger muss das Herz pumpen, um den Körper mit Blut versorgen zu können. Wer übergewichtig ist und sich zudem wenig bewegt, tut seinem Körper nichts Gutes. Die Kombination aus einem hohen Körperfettanteil und Trägheit kann Krankheiten wie Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte begünstigen und letztendlich sogar zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Dazu gibt es eine sehr interessante Studie bei der Assmann Stiftung.

Adipositas und Übergewicht verursachen nicht nur physische Symptome, sondern können auch psychische und gesellschaftliche Folgen haben: Fettleibige neigen manchmal dazu, sich zurückzuziehen und wenig soziale Kontakte zu pflegen. Betroffene vereinsamen und leiden mitunter unter Depressionen, Angstattacken und einem verminderten Selbstwertgefühl.

Warum übergewichtige Menschen stärker schwitzen

Der Schweiß dient dazu, den Körper abzukühlen, wenn er es benötigt. Da Übergewichtigen aufgrund der Kilos teilweise frühzeitig warm wird, fließt der Schweiß hier schneller. Manchmal reichen die Schweißperlen nicht aus, um die erhitze Haut herunter zu kühlen, was die Schweißproduktion noch mehr ankurbelt. Hinzu kommt, dass jede Art von Betätigung deutlich anstrengender ist als für Normalgewichtige. Anstrengung fördert bei jedem Menschen den Schweißfluss: Wer jedoch mit überflüssigen Pfunden zu kämpfen hat, bei dem sind die Schweißperlen früher zu sehen als bei sehr schlanken Menschen.

Die Neigung, heftig zu schwitzen, kann bei Menschen mit stark erhöhtem Körpergewicht einen regelrechten Teufelskreis auslösen. Bewegen sie sich viel, schwitzen sie auch stark, weshalb sie körperliche Anstrengung vermeiden. Die mangelnde Bewegung sorgt wiederum dafür, dass Betroffene frühzeitig aus der Puste geraten und deren Körper dementsprechend schnell mit übermäßiger Schweißproduktion reagiert.

Wie übergewichtige Menschen das Schwitzen eindämmen können

Wenn Sie das übermäßige Schwitzen in den Griff bekommen wollen, müssen Sie die Ursache bekämpfen: Ihr Übergewicht. Das funktioniert in erster Linie, indem Sie Ihrem Körper weniger Kalorien zuführen als er benötigt. Doch übertreiben Sie es nicht: Von einer Blitz-Diät, bei der man aufgrund der stark reduzierten Kalorienzufuhr in kurzer Zeit sehr viel an Gewicht verliert, ist abzuraten. Sonst kann es zu dem sogenannten Jo-Jo-Effekt kommen, was bedeutet, dass man kurz nach der Diät wieder sehr rasch zunimmt. Sinnvoller ist es, das Essverhalten langsam umzustellen und sich bewusster zu ernähren.

Folgendes sollten Sie dabei beachten:

  • Tipp 1: Essen Sie reichlich Getreideprodukte, Obst und Gemüse.
  • Tipp 2: Achten Sie auf verstecktes Fett, zum Beispiel in Wurst, Käse und Gebäck.
  • Tipp 3: Konsumieren Sie Zucker und Salz nur in Maßen.
  • Tipp 4: Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten und schlingen Sie nicht.
  • Tipp 5: Trinken Sie vor jeder Mahlzeit ein großes Glas Wasser, das füllt den Magen und kann zum Sättigungsgefühl beitragen.
  • Tipp 6: Führen Sie ein Ernährungsprotokoll, so behalten Sie den Überblick über die aufgenommenen Kalorien.

Neben der Ernährungsumstellung ist es auch wichtig, Bewegungseinheiten in den Alltag zu integrieren. Geeignet sind Ausdauersportarten wie Walking, Schwimmen oder Radfahren (Welcher Sport passt zu mir?). Ausdauersportarten tragen vielleicht nicht zum starken Gewichtsverlust bei, wandeln aber Fett- in Muskelmasse um, was dafür sorgt, dass der Körper mehr Energie verbraucht und somit schneller zugefügte Kalorien verbrennt. Einen positiven Nebeneffekt hat Sport auch: Er stabilisiert die vielleicht angeschlagene Psyche, baut Stress ab und trägt zur Motivation bei.

Falls es Ihnen schwer fallen sollte, Ihr Leben umzukrempeln oder Sie sich nur sehr schlecht selbst motivieren können, kann eine Verhaltenstherapie helfen, die alten Muster abzulegen. Hier lernen Sie teilweise in der Gruppe, Ihr Ernährungs- und Bewegungsprogramm mittels Eigenkontrolle und Stressbewältigung erfolgreich zu absolvieren.

Sie strotzen gerade nur so vor Motivation? Dann fangen Sie am besten jetzt an. In diesem Video finden Sie 4 leichte Übungen, die jeder sofort zu Hause nachmachen kann.