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Übersäuerung des Körpers – Symptome und Ursachen

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Übersäuerung des Körpers
© Kalim - Fotolia.com

Die Übersäuerung des Körpers wird vom Mediziner auch als Azidose bezeichnet. Grundsätzlich spricht man von einer Übersäuerung des Organismus, wenn der pH-Wert des Blutes unter einen Wert von 7,36 absinkt. Im gesunden und ausgewogenen Organismus liegt dieser Wert im Bereich von 7,36 – 7,44.

Der Organismus ist im Regelfall in der Lage, eine kurzfristige Übersäuerung abzufangen. Hier stehen unterschiedliche Puffersysteme zur Verfügung, die einen Ausgleich des pH-Wertes des Organismus bewirken und die so in der Lage sind, den Körper generell in einem pH-Wert von 7,36 bis 7,44 zu halten oder aber schnell wieder in diesen pH-Wert zu bringen.

» Wie definiert der Mediziner die akute Übersäuerung?
» Zwei Varianten der Überäuerung
» Ursachen für die respiratorische Übersäuerung
» Ursachen für die metabolische Übersäuerung
» Symptome für die Übersäuerung des Körpers
» Wie wird die akute Übersäuerung diagnostiziert?
» Wie wird die Übersäuerung des Körpers behandelt?
» Wie ist der Verlauf der Übersäuerung des Körpers?
» Lässt sich der Übersäuerung des Körpers vorbeugen?

Wie definiert der Mediziner die akute Übersäuerung?

Um zu funktionieren, benötigt der Organismus natürlich Nahrung. Zur Aufschlüsselung und Verwertung der Nahrung sind verschiedene Stoffwechselvorgänge im Körper notwendig, damit die aufgenommene Energie sowohl für die Organe als auch die Muskulatur zur Verfügung gestellt werden kann.

Innerhalb der Verstoffwechselung der Nahrung ergeben sich natürlich Abfallprodukte, die der Organismus über die Leber, die Nieren, die Lunge und auch den Darm ausscheidet. Der Organismus bzw. dessen Säurewert wird durch die Ausscheidung der Stoffwechselendprodukte gewährleistet – so wird der Übersäuerung entgegengewirkt. Sowohl die Ausscheidungen über Darm und Blase als auch die Ausatmung der Lungen bewirkt einen Ausgleich des pH-Wertes im Organismus.

Dieses Gleichgewicht kann durch unterschiedliche Faktoren beeinträchtigt werden. Daraus ergibt sich dann ein Überschuss an Säuren im Organismus und es findet eine Übersäuerung statt.

Zwei Varianten der Übersäuerung

Die Übersäuerung des Körpers wird in zwei Varianten unterschieden. Zum einen handelt es sich um die sogenannte metabolische Übersäuerung, die sich aus dem Stoffwechsel des Organismus heraus ergibt. Bei der anderen Variante sprechen Mediziner von der respiratorischen Übersäuerung. Diese ergibt sich aus der Atmung heraus.

Klassisch für die respiratorische Übersäuerung ist, dass sie mit Atemnot und einer Blaufärbung der Lippen einhergeht. Zudem erhöht sich die Urinausscheidung des Körpers. Bei der selteneren Form der Übersäuerung, der metabolischen Variante, ist eine intensivere und langsamere Atmung zu verzeichnen.

» Gründe für die Übersäuerung
Die Gründe für die Übersäuerung sind sehr vielfältig. Dabei wird auch noch eine Unterscheidung bei den Arten der Übersäuerung getroffen. Generell gibt es die respiratorische Übersäuerung, die ihre Hintergründe in der Atmung hat und die metabolische Übersäuerung, die sich aus den Stoffwechselvorgängen des Körpers ergibt.

Ursachen für die respiratorische Übersäuerung

Der Hintergrund für die respiratorische Übersäuerung liegt in einer zu geringen Ausatmung des Kohlendioxids, also des CO2. Dieses sauere Kohlendioxid lagert sich im Körper als sogenanntes Bikarbonat an. Die Gründe für diese Ablagerungen und der daraus resultierenden Übersäuerung können in einer Lungenfunktionsstörung gegeben sein. So kann sowohl das Lungenemphysem diese Übersäuerung bewirken als auch die Erkrankung Asthma bronchiale sowie auch die Lungenfibrose für die zu geringe Ausatmung von Kohlendioxid verantwortlich sein.

Aber auch andere, nicht chronische oder akute Erkrankungen, können eine Störung der Ausatmung bewirken. So begründen auch Atemeinschränkungen, die sich beispielsweise aus Rippenbrüchen ergeben, die Ausatmung.

Ursachen für die metabolische Übersäuerung

Bei der metabolischen Übersäuerung ist eine zu hohe Konzentration von sauren Stoffwechselprodukten innerhalb des Organismus bzw. des Blutes gegeben. Das Puffersystem, das für einen Ausgleich dieser Säurewerte verantwortlich ist, wird in diesem Fall überlastet. Genau aus diesem Grund sinkt der pH-Wert des Blutes rapide ab. Eine Übersäuerung dieser Art kann unter umständen lebensgefährlich werden.

Die Hintergründe für die metabolische Übersäuerung liegen in der Regel in chronischen oder akuten Erkrankungen. So kann eine Diabetes mellitus eine Übersäuerung des Organismus bewirken. Auch chronische Nierenerkrankungen oder ein länger verlaufender Durchfall können die metabolische Übersäuerung bewirken.

Symptome für die Übersäuerung des Körpers

Die Übersäuerung des Körpers zeigt sich in unterschiedlichen Symptomen. Dabei sind die Ursachen für die Übersäuerung maßgeblich für die Symptome, mit denen sie sich zeigt.

Bei der respiratorischen Azidose ist die Atemnot ein klassisches Symptom. Auch blaue Lippen sind charakteristisch für diese Übersäuerung. Da die Nieren versuchen, die Übersäuerung im Organismus auszugleichen, findet eine erhöhte Wasserausscheidung statt.

Die seltener gegebene metabolische Übersäuerung ist durch eine besonders langsame und tiefe Atmung gekennzeichnet. Der Medziner nennt diese auch die Kussmaulatmung. Wenn die Übersäuerung sich in einer Diabetes mellitus oder einem chronischen Nierenversagen begründet, dann kann der Atem der betroffenen Person auch stark nach Azeton riechen.

Bei der akuten Übersäuerung sind Symptome wie

  • niedriger Blutdruck,
  • Herzrhythmusstörungen
  • sowie Atemnot

möglich. In schweren Fällen kann der Betroffene auch in eine tiefe Bewusstlosigkeit fallen.

Wie wird die akute Übersäuerung diagnostiziert?

Diagnostiziert wird die Übersäuerung des Organismus mittels einer Blutgasuntersuchung. Dabei stellt die akute Übersäuerung aber kein eigenständiges Krankheitsbild dar, sondern lediglich ein Symptom, das eine andere Grunderkrankung anzeigt Die Diabetes mellitus sowie ein chronisches Nierenversagen ziehen oftmals eine Übersäuerung des Organismus nach sich.

Bei der akuten Übersäuerung kann die Blutgasuntersuchung bzw. Blutgasanalyse Aufschluss für die Diagnose liefern. Der Arzt entnimmt hierfür Blut und dieses wird im Labor auf eine Verteilung von Kohlendioxid und Sauerstoff im Körper untersucht.

Sowohl bei der atmungsbedingten, also der respiratorischen als auch bei der stoffwechselbedingten, der metabolischen Übersäuerung kann die Unterscheidung durch die Bestimmung des Kohlendioxid-Parialdrucks sowie der Bikarbonatwertbestimmung unterschieden werden. Während ein niedriger Bikarbonatwert auf eine metabolische Übersäuerung hindeutet, zeigt ein hoher Kohlendiaxid-Parialdruck eine respiratorische Übersäuerung an.

Durch spezielle Teststreifen kann eine chronische Übersäuerung des Organismus nachgewiesen werden. Hier findet dann eine Bestimmung des pH-Wertes über den Urin statt.

Wie wird die Übersäuerung des Körpers behandelt?

Die Therapie der akuten Übersäuerung ist stark von den Ursachen für diesen Säureüberschuss im Körper abhängig. Grundsätzlich muss die Übersäuerung schnell behandelt werden, dabei ist es aber wichtig, die Grunderkrankung, die für die Azidose verantwortlich ist, anzugehen und zu behandeln.

» Behandlung der metabolischen Azidose
Wenn eine metabolische Azidose vorliegt, die sich aus einer zu hohen Konzentration von Stoffwechselprodukten sauren Hintergrundes im Blut ergibt, kann bei einer Grunderkrankung der Nieren als Auslöser eine Dialyse notwendig werden.

Oftmals werden gegen die Azidose auch spezielle Medikamente eingesetzt, die das natürliche Puffersystem des Organismus unterstützen, das das Säure-Basen-Verhältnis des Organismus reguliert. Hier wird in der Regel Natriumhydrogencarbonat verabreicht.

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Akute Symptome, die durch eine Diabetes mellitus im Organismus bewirkt werden, können auch durch die Gabe von Insulin gemildert werden. Zudem ist es erforderlich, dass bei einem Überschuss an Säuren im Organismus viel getrunken wird, um die erhöhten Säurewerte zu mildern.

Während die genannten Therapien den akuten Fall der Übersäuerung angehen, ist auch eine langfristige Therapie notwendig. Diese kann in einer Umstellung der Ernährung gegeben sein.

» Behandlung der respiratorischen Azidose
Wenn die respiratorische Azidose gegeben ist, also eine Übersäuerung die sich aus einer zu geringen Ausatmung von Kohlendioxid ergibt, dann kann die Behandlung dahingehend erfolgen, dass die Atemfrequenz erhöht wird. Dazu wird in akuten Fällen oftmals eine künstliche Beatmung des Betroffenen notwendig.

Wie ist der Verlauf der Übersäuerung des Körpers?

Wichtig für den Verlauf bei der Übersäuerung ist, in welchem Zeitraum eine Behandlung stattfindet. Frühzeitige Maßnahmen ermöglichen es, dass der Säureüberschuss schnell aufgefangen wird und dass damit die Folgen für den Körper eingegrenzt werden.

Sind die Puffersysteme im Körper aufgrund der Übersäuerung dauerhaft oder über einen langen Zeitraum überfordert, lösen sich im Verlauf übermäßig viele Phosphate und Mineralsalze aus den Knochen heraus. Diese Mineralien und Phosphate werden deshalb aus den Knochen abgezogen, um eine Übersäuerung aufzufangen und auszugleichen, also eine Neutralisation vorzunehmen. Dauerhaft kann sich dadurch eine Osteoporose, also ein Knochenschwund ergeben. Zudem sind auch andere Krankheiten eine langfristige Folge der dauerhaften Übersäuerung.

Chronische Schmerzen sowie eine koronare Herzerkrankung können sich aus der Übersäuerung ebenso ergeben wie Migräne und Neurodermitis. Auch Rheumatoide Arthritis kann ebenso wie Gicht und Arteriosklerose eine dauerhafte Folgeerkrankung sein, die aus einer Übersäuerung resultiert.

Lässt sich der Übersäuerung des Körpers vorbeugen?

Der Übersäuerung vorzubeugen, ist durchaus möglich. Hierfür ist es wichtig, die Auslöser der Azidose zu erkennen und auch konsequent auszuschalten. Wichtig ist es, dass die Lunge einwandfrei funktioniert. So müssen Lungenemphyseme und Lungenfribrosen sowie auch das Asthma bronchiale konsequent therapiert werden. Auch wenn Atemeinschränkungen entstehen, ist eine Ausheilung und eine Beobachtung der Ausatmung sehr wichtig.

  • Besteht eine Diabetes mellitus sowie eine chronische Nierenerkrankung, müssen regelmäßige Untersuchungen im Hinblick auf den Säuregehalt des Körpers erfolgen, um Gegenmaßnahmen bei einer beginnenden Übersäuerung einzuleiten.
  • Wichtig zur Vorbeugung der Übersäuerung ist auch eine angemessene Ernährung. Basische Lebensmittel wie Gemüse und Obst sollten reichlich auf den Tisch gelangen, Säurebilder wie Kaffee oder Tee und Süßigkeiten sollten dagegen nur in geringen Mengen verzehrt werden.
  • Wichtig für einen optimalen Stoffwechsel und einen guten Säuregehalt des Körpers ist zudem ausreichend Bewegung.
  • Mindestens zwei Liter neutrale Flüssigkeit sollten dem Körper täglich zugeführt werden.
  • Alkohol sollte nur in geringen Mengen konsumiert werden.
  • Der Verzicht auf Nikotin ist unter anderem auch für einen günstigen Säuregehalt des Organismus sehr wichtig.

Wichtige Informationen rund um den Säure-Basen-Haushalt hier zusammengefasst: