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Hirnhautentzündung – Symptome und Behandlung der Meningitis

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Hirnhautentzündung
© Kzenon - Fotolia.com

Die Entzündung der Hirnhaut wird von Medizinern als Meningitis bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die sehr gefährlich werden kann und die zudem durch unterschiedliche Erreger ausgelöst wird. Zwar sind es in der Regel Viren oder Bakterien, die für die Entzündung der Hirnhaut verantwortlich sind, aber auch auch verschiedene Parasiten können die Infektionskrankheit auslösen. Besonders Zecken oder Pilze können die schwerwiegende Krankheit verursachen und auch bereits bestehende Krankheiten wie Störungen des Immunsystems oder aber Krebserkrankungen können die Hirnhautentzündung auslösen.

Hirnhautenzündung chronisch oder einmalig?

Die Art des Erregers bestimmt, ob die Hirnhautentzündung akut und einmalig, chronisch oder ständig wiederkehrend verlaufen wird. Daher ist es für die erfolgreiche Behandlung unbedingt wichtig, die Ursachen für die Erkrankung herauszufinden. Zudem kann eine Hirnhautentzündung, die unbehandelt bleibt, schwere Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Lähmungen und vernarbtes Hirnhautgewebe sind ebenso die Folgen wie nervliche Behinderungen, wie beispielsweise die Epilepsie. Auch Taubheit kann die Folge der unbehandelten Hirnhautentzündung sein. Wird die Erkrankung zu spät erkannt, kann sie sogar zum Tod des Patienten führen.

Der Verlauf der Hirnhautentzündung

In ihrem Verlauf ist die Hirnhautentzündung stark vom Auslöser abhängig, der die Symptome der Erkrankung festlegt. Anfangs kann sich die Hirnhautentzündung als starke und plötzlich auftretende Grippe zeigen, denn die ersten Symptome der Erkrankung sind häufig hohes Fieber, das mit Schüttelfrost auftritt sowie Kopfschmerzen mit Schwindelgefühl und auch Gliederschmerzen. In der Regel handelt es sich bei diesen Symptomen um die bakterielle Hirnhautentzündung.

Sind Viren der Auslöser für die Erkrankung, dann nimmt die Erkrankung einen nicht so rasanten Verlauf. Der Anfang der Hirnhautentzündung durch Viren zeigt Symptome einer leichten Erkältung, die erst allmählich in eine Grippe übergeht.

Üblicherweise kommen bei der Hirnhautentzündung noch Nackensteifheit und ein schmerzender Nacken bei bestimmten Bewegungen hinzu. Dieser klassische Schmerz der Hirnhautentzündung hat seinen Auslöser in den entzündeten Hirnhäuten, die bei Bewegungen Reizung und Dehnung erfahren.

Für die erfolgreiche und vor allem folgenlose Behandlung der Hirnhautentzündung ist ein zeitnaher Besuch beim Arzt sehr wichtig. Nur eine frühe Diagnose der Hirnhautentzündung und den auslösenden Erregern kann eine gezielte Behandlung folgen lassen, die dann auch nach heutigem Stand der Medizin große Aussicht auf Erfolg liefert.

FSME & Hirnhautentzündung durch Zeckenbiss

» Hirnhautentzündung durch Zeckenbiss
Die spezielle und sehr verbreitete Form der Meningitis wird durch die Frühsommer-Meningo-Ezephalitis, die kurz als FSME bezeichnet wird, gestellt. Vorbeugen lässt sich diese Infektion nur, indem Menschen, die in Risikogebieten leben, nach dem täglichen Aufenthalt im Freien den gesamten Körper auf mögliche Zecken absuchen. Besteht ein Zeckenbiss, der in einem gefährdeten Gebiet erworben wurde, sollte der Arzt unverzüglich aufgesucht werden.

» Schutzimpfung wird empfohlen
Die Schutzimpfung ist eine weitere Möglichkeit, sich vor der verbreiteten Hirnhautentzündung zu schützen. Die Krankenkassen übernehmen in gefährdeten Gebieten die Kosten für diese Impfung, die besonders für Kinder empfohlen wird.

Hirnhautentzündung medizinisch betrachtet

» Die Rolle der Meningen
Bei der Hirnhautentzündung handelt es sich um eine Entzündung der sogenannten Meningen. Dabei meint das Wort Hirnhaut die Schichten des Bindegewebes, die das Gehirn einschließen. In der Regel bewirken Viren oder Bakterien die Entzündung der Meningen, wobei im Zusammenhang mit der Entzündung der umgebenden Hirnhäute auch das Gehirn selbst von einer Entzündung betroffen sein kann. Sind sowohl Hirnhaut als auch Gehirn von dieser Entzündung betroffen, spricht der Mediziner von einer sogenannten Meningoenzephalitis.

» Größte Obacht bei Kindern
Gerade bei Kindern oder bei Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben, besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, an der Hirnhautentzündung zu erkranken. In Entwicklungsländern ist die Meningitis eine der häufigsten Infektionskrankheiten.

In Deutschland ist das Risiko, an einer Hirnhautentzündung zu erkranken, grundsätzlich relativ gering. Auf je 100.000 Einwohner in Industrieländern sind nur 0,5 Prozent bis maximal fünf Prozent der Menschen von einer Erkrankung der Hirnhäute betroffen.

» Weniger Meningitis-Fälle in Industrieländern
Grundsätzlich hat die Meningitis in Industrieländern aufgrund steigender Hygienebedingungen und besserer medizinischer Versorgung einen Rücklauf zu verzeichnen. Impfungen sind nicht zuletzt die Ursache, dass die häufigsten Erreger für die Meningitis unschädlich gemacht werden.

Hirnhautentzündung – Ursachen

» Bakterien, Viren und Pilze
In der Regel lösen Bakterien und Viren die Meningitis aus. Seltener erfolgt eine Infektion über Pilze oder Parasiten. Ganz selten kann sich aus der Meningitis die Meningeosis carcinomatosa als bösartige Form der Hirnhautentzündung entwickeln. Auch Strahlungseinflüsse können die Meningitis begünstigen.

» geschwächtes Immunsystem
Der Grund für die Infektion mit der Hirnhautentzündung liegt oftmals im geschwächten Immunsystem des Betroffenen. Die Erreger können in diesem Fall durch die Blutversorgung in das Gehirn gelangen. Auch infizierte Nachbarorgane können eine Meningitis begünstigen. So gehört die Mittelohrentzündung ebenso wie die Nasen-Nebenhöhlenentzündung zu den möglichen Erkrankungen der Nachbarorgane, die eine Meningitis nach sich ziehen können.

Eine Behandlung dieser Erkrankungen ist also immer sehr wichtig, zumal das Immunsystem durch diese Entzündungen auch noch geschwächt wird, die mögliche Ausweitung als Meningitis damit begünstigt.

» Die bakterielle Meningitis
Die Meningokokken übertragen als Bakteriengruppe am häufigsten die Meningitis. Weiterhin sind es die Pneumokokken sowie andere Bakterienstämme, wie beispielsweise die Haemophilus influenzae, die die Meningitis auslösen können. Die Hintergründe für den Ausbruch der bakteriellen Meningitis, bei ansonsten gesunden Menschen, sind noch nicht ausreichend erforscht.

Auch gesunde Menschen weisen einen Anteil von Meningokokken im Körper auf, die dort in der Regel keinen Schaden verursachten. allerdings sind diese vorhandenen Meningokokken auf andere Menschen übertragbar, können hier die Hirnhautentzündung verursachen, ohne dass der Bakterienträger selbst erkrankt.

Hirnhautentzündung & Symptome

1. Steifer Nacken
Wichtigstes Symptom für die Hirnhautentzündung ist der steife Nacken, der auch als Miningismus vom Mediziner bezeichnet wird. Wenn der Patient den Kopf nach vorne beugen muss, verstärken sich die Schmerzen.

2. Hörstörungen
Auch Hörstörungen, die die Nackensteifheit begleiten, können weitere Anzeichen für eine Hirnhautentzündung sein. Dabei können bei der Hirnhautentzündung auch Entzündungen des Innenohrs auftreten.

3. Starkes Schmerzempfinden
Der Patient, der an Meningitis erkrankt ist, hat insgesamt ein starkes Krankheitsgefühl. Dabei gehören Kopfschmerzen und hohes Fieber sowie Erbrechen und insgesamt starke Schmerzempfindlichkeit zu den typischen Symptomen der Erkrankung.

4. Lichtscheu und verwirrt
Der Patient zeigt sich darüber hinaus sehr lichtscheu und kann auch intensive Verwirrung aufweisen. In stark ausgeprägten Fällen der Hirnhautentzündung kann die Verwirrung des Patienten auch in Benommenheit oder sogar bis zum Koma führen.

» Hirnhautentzündung – Symptome bei Kindern
Kinder weisen eine insgesamt geringere Ausprägung der Symptome bei Hirnhautentzündung auf. Je kleiner und jünger die Kinder sind, umso weniger eindeutig ist die Ausprägung der Erkrankung. Typische Symptome bei Kindern, die an der Hirnhautentzündung erkrankt sind, stellen hier die Bauchschmerzen dar, die auch in Kombination mit epileptischen Anfällen auftreten.

Ist das Kind an der Meningokokken-Meningitis erkrankt, sind oftmals auch kleine und pünktchenartige Blutungen in der Haut zu verzeichnen. Der Mediziner spricht hier von den sogenannten Petechien. Diese Petechien sind ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Bakterien, die die Hirnhautentzündung ausgelöst haben, sich in der Blutbahn befinden. Daher ist dieser Zustand sehr ernst zu nehmen. Sofortiges Aufsuchen eines Arztes ist nun unumgänglich, denn das Kind muss sofort mit Antibiotika behandelt werden.

Extra-Tipp für Eltern
Mehr Informationen zur Meningitis bei Babys und Kleinkindern, stehen Ihnen auf www.kinderaerzte-im-netz.de, inklusive grafischer Anschauung, zur Verfügung.

Die virale Hirnhautentzündung

In der Regel tritt die virale Hirnhautentzündung gemeinsam mit anderen Viruserkrankungen auf. Gerade die Mumps-Erkrankung kann sehr schnell auch zu einer viralen Meningitis führen. Und auch die als Kinderkrankheiten bekannten Windpocken sowie Masern können die Hirnhäute mit entsprechenden Viren befallen. Wichtig ist gerade deshalb, ein umfassender Impfschutz im Kindesalter, der vor einer Erkrankung mit entsprechenden Viren schützt.

Wie wird die Meningitis diagnostiziert?

Für die gezielte Diagnose der Meningitis sind eine Faktenaufnahme sowie ein genaues Verlaufsprotokoll der Symptome sehr wichtig. Dabei muss der behandelnde Arzt auch möglichst genau darüber aufgeklärt werden, wann die ersten Symptome der Erkrankung zu verzeichnen waren. Aus diesen Informationen kann der Arzt schon die Art der Erreger feststellen und damit auch gleich die Behandlungsmethoden der Meningitis eingrenzen.

In der Regel erfolgt bei der Hirnhautentzündung eine stationäre Behandlung innerhalb einer Klinik. So können die behandelnden Mediziner den Verlauf der Meningitis besser beobachten. Zudem werden bei der Meningitis starke entzündungshemmende Medikamente oder Virostatika verabreicht, die nur unter Beobachtung durch einen Arzt gegeben werden sollten. Auch aufgrund der Tatsache, dass der Patient durch die Meningitis stark geschwächt wird, ist ein Aufenthalt in einer Klinik und zudem ein Folgeaufenthalt in einer speziellen Rehabilitations-Klinik sehr empfehlenswert.

» Diagnoseverfahren der Hirnhautentzündung
» Lumbalfunktion
Um die Hirnhautentzündung eindeutig zu diagnostizieren, ist in der Regel eine Lumbalpunktion erforderlich. Hierbei entnimmt der Arzt Gehirnflüssigkeit, also den sogenannten Liquor, aus dem Rückenmarkskanal. Dieser Liquor wird im Labor auf Krankheitserreger und Anzeichen von Infektionen hin untersucht.

Besteht eine bakterielle Meningitis, dann hat die Gehirnflüssigkeit eine eitrig-trübe Farbe. Virale oder parasitäre Entzündungen beeinflussen die Gehirnflüssigkeit optisch in der Regel nicht. In diesem Fall muss allerdings eine aufwendigere Diagnostik durchgeführt werden, zu der auch eine Blutprobenentnahme gehört. Das Blut wird in diesem Fall auf Entzündungszellen, also die sogenannten Leukozyten untersucht.

» Polymerase Kettenreaktion
Sehr schnelle Ergebnisse bietet die sogenannte Polymerase-Kettenreaktion, die auf Englisch als Polymerase Chain Reacition, PCR, bezeichnet wird. Hierbei erfolgt eine Vervielfältigung der Erbsubstanz, also der DNA, des Erregers, was wiederum für die Mediziner wichtige Rückschlüsse auf den Erregertyp liefet. Die Ergebnisse können mit diesem Diagnoseverfahren sehr viel schneller erzielt werden und eine notwendige Behandlung der Hirnhautentzündung kann schneller erfolgen.

» Computertomographie
Auch die Computertomographie oder die Kernspin-Tomografie werden als Diagnoseverfahren eingesetzt. Hiermit lässt sich die Herkunft der Erreger anzeigen – beispielsweise eine Infektion, die aus vereiterten Nasennebenhöhlen resultiert.

Hirnhautentzündung & Möglichkeiten der Behandlung

» Klinikaufenthalt
Die Therapierung der Hirnhautentzündung muss schnellstmöglich erfolgen. Bei einer gesicherten Diagnose erfolgt in der Regel eine mehrtägige Aufnahme in der neurologischen Abteilung eines Krankenhauses.

» Antibiotika
Die Therapierung der bakteriellen Meningitis erfolgt mittels Antibiotika. Hierbei werden die Medikamente direkt venös verabreicht oder als Infusion gegeben. Die Entscheidung für das richtige Antibiotikum liegt im Ermessen des Arztes, der hier auf das Bakterium ausgerichtet die Therapierung durchführt.

In der Regel erfolgt zu Anfang der Behandlung eine Gabe von verschiedenen Antibiotika, um keine Zeit bei der Zerstörung der Bakterien zu verlieren. Ist der Verursacher der Hirnhautentzündung bekannt, erfolgt die Therapierung gezielt mit einem Antibiotikum. Oftmals verabreichen die behandelnden Ärzte zusätzlich zum Antibiotikum noch Kortison.

Alle Personen, die mit dem Erkrankten Kontakt hatten, werden vorbeugend mit Antibiotika behandelt, da sich nur so die weitere Verbreitung des Erregers verhindern lässt.

» antivirale Medikamente
Die Behandlung der viralen Meningitis erfolgt ausschließlich auf die Beschwerden bezogen, denn es sind keine Medikamente auf dem Markt, die den Verursacher der viralen Meningitis bekämpfen können. Ausnahmen bilden hier lediglich Entzündungen, die beispielsweise durch Herpesviren ausgelöst wurden. In diesem Falle erfolgt die Gabe antiviraler Medikamente, um die Verbreitung dieser Herpesviren im Körper zu verhindern.

Bei der viralen Meningitis erfolgen eine stationäre Beobachtung sowie eine Gabe von Medikamenten, die sowohl das Fieber als auch die Kopfschmerzen lindern. Auch Medikamente, die einen möglicherweise auftretenden epileptischen Anfall verhindern sollen, werden hier verabreicht.

Die Prognose der Hirnhautentzündung

Grundsätzlich handelt es sich bei der Hirnhautentzündung um eine sehr gefährliche Erkrankung. Unbehandelte bakterielle Meningitis hat in der Regel einen tödlichen Verlauf. Trotz bestmöglicher Behandlung versterben viele Patienten an der bakteriellen Meningitis aufgrund ihres rasanten Verlaufs. Die Sterblichkeitsrate liegt hier bei zehn Prozent bei der Meningokokken-Meningitis, bei 25 Prozent bei der Pneumokokken-Meningitis sowie bei 50 Prozent, wenn die Meningitis auf Listerien basiert.

» Folgeschäden nach der Meningitis
Auch wenn die bakterielle Meningitis überstanden wird, haben viele Patienten mit Folgeschäden zu kämpfen. Diese betreffen das Nervensystem sowie die Seh- und Hörkraft. Auch Epilepsie kann als Folgeerkrankung neben Koordinationsstörungen sowie Lähmungen auftreten.

Bei der viralen Hirnhautentzündung ist die Lebensgefahr deutlich geringer als bei der bakteriellen Meningitis. Auch sind weniger Folgeerkrankungen zu verzeichnen. Nach Überstehen der kritischen Tage der Infektion sind die Heilungschancen ohne weitere Folgeerkrankungen sehr gut.

Der Hirnhautentzündung vorbeugen

Zahlreiche Impfungen stehen zur Verfügung, mit der man der Hirnhautentzündung vorbeugen kann. Hierzu gehört die Meningokokken-Impfung, die Pneumokokken-Impfung sowie die Haemophilus influenzae Typ b (Hib).

Seit dem Jahr 2006 gelten diese Impfungen als sinnvolle Grundimmunisierung. Wer im Verbreitungsgebiet der Frühsommer-Meningoenzephaitis, der FSME, lebt, sollte auch hier einen entsprechenden Impfschutz einplanen. Zusätzlich ist sinnvoller Zeckenschutz sehr wichtig.

Hirnhautentzündungsverdacht? Sofort zum Arzt!

Bestehen bei einem Kind oder einem Erwachsenen Fieber, steifer Nacken sowie Übelkeit und starkes Krankheitsgefühl, sollte der Arzt umgehend aufgesucht werden. Auch alle Menschen, die mit der infizierten Person Kontakt hatten, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben.

Oft kann bei Kontaktpersonen die Erkrankung durch eine sinnvolle und vorbeugende Therapie mit Antibiotika verhindert werden. Hirnhautentzündung ist übrigens eine meldepflichtige Erkrankung! Bei einer Infektion erfolgt im Krankenhaus eine 24-stündige Quarantäne des Patienten.

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